Die ersten sind die besten - wildes Grün im Frühjahr

junge Knoblauchrauke
Im Frühling, wo Gemüse und Obst entweder aus den Treibhäusern oder dem Ausland kommt,
sehnt sich  unsere Seele  nach Sonne und  frischer Nahrung.
Wildkräuter sind gerade jetzt  hervorragend geeignet, enthalten sie doch wesentlich
mehr Vitalstoffe als Gartenkräuter und schmecken außerdem hervorragend.
Also los, raus in die Natur und  frisches Grün in die Küche geholt!

"Zu Tisch, zu Tisch, das Grün, das sprießt!"

So oder so ähnlich könnte der Ruf der Kräuterkundigen lauten, sobald die Schneefelder geschmolzen sind.

 

Man kann es kaum noch erwarten, sich endlich wieder im Freien ohne dicke Winterjacke aufzuhalten.

Kräuter sammeln ist Bewegung mit dem positiven Nebeneffekt, Nahrung mit nach Hause zu bringen.

Irgendwie sind wir alle noch Jäger und Sammler!

Giersch, Vogelmiere & Co

Obwohl von den meisten Gärtnern gefürchtet und gehasst, sind Giersch und die anderen Verfechter der "Un"kräuter absolut hochwertige und noch dazu kostenfreie Lebensmittel. Mittlerweile bekommt man für schon Samenmischungen mit Wildkräutern für die Balkonernte zu kaufen.

Folglich sind wir Kräutersammler absolute Trendsetter!

Wie schmecken Wildkräuter?

Unsere Geschmacksknospen werden gefordert!

Giersch schmeckt nach Karotte und kann als Petersilienersatz eingesetzt werden,

Vogelmiere nach jungen Maiskolben und Knoblauchrauke nach Vanille - nein, natürlich nach Knoblauch.

 

Außerdem sind Wildkräuter wahre Kraftpakete,

150 g Vogelmiere decken den Tagesbedarf eines Erwachsenen an Eisen, Kalium und Vitamin C.

Gib Vogelmiere in den Kartoffelsalat und du vergisst das Fleisch auf dem Grill!

Röhrlsalat

Für den Röhrlsalat  werden junge Löwenzahnblätter (haben hohle Röhren)  gewaschen und fein geschnitten. Nun kommen warme Kartoffelscheiben dazu, die dem Wildgemüse seinen bitteren Geschmack nehmen. Mariniert wird mit einem Dressing aus Apfelessig, Kernöl, Salz, Pfeffer und Knoblauch.  Genießer kochen sich noch ein wachsweiches Ei dazu. Das bringt die Lebensgeister in Schwung!

Nesselstoff statt Baumwolle?

Wer kennt das nicht? Dieses Jucken, wenn man diese Pflanze angreift....
Brennnesseln, die Pflanze, um die sich viele Sagen ranken und aus deren Fasern Stoffe gewebt und Papier geschöpft wurde.
Brennnesselblätter ergeben aber auch einen hervorragenden Wildspinat -
die Ernte ist mit Handschuhen zu empfehlen. Die oberen Triebspitzen der Brennnessel werden abgeknipst, gut gewaschen (Achtung, sie brennen immer noch) und klein geschnitten. Nun wird aus Mehl, Butter und Zwiebel eine helle Einbrenn gemacht, Brennnesselblätter dazu und mit Rind- oder Gemüsesuppe aufgießen.
Nun lässt man den Spinat einige Zeit köcheln und vollendet mit Schlagobers und Muskat.

Jung und knackig

Je jünger und je frischer umso mehr Nährstoffe und Geschmack stecken in ihnen, den Blättern von Giersch, Brennnessel, Löwenzahn, Bärlauch, Knoblauchrauke und Co.

Solange die Blätter noch zart sind, mischen wir sie unter unsere Salate, ältere Blätter passen auch perfekt in Gemüsegerichte und green smoothies.

Sammelwut

Mal sammle ich Fettnäpfchen, mal Erfahrungen,

aber das Kräutersammeln ist meine größte Leidenschaft.

 

Ich hoffe, dir jetzt auch Lust gemacht zu haben - noch sind wir ja in der Fastenzeit und nächste Woche ist Gründonnerstag.

Welches grüne Gericht zauberst du aus den frischen Wildkräutern?


Autorin:

Petra Sandrieser

  • Kräuterpädagogin
  • Waldpädagogin
  • Natur- und Landschaftsführer

Kontakt: petra@petra-silie.at

www.petra-silie.at


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