Waldmeister - Der Geruch von Cumarin

Waldmeister - das blühende Kraut

Kennst du den Geruch, wenn Heu gemäht wird und es dann so herrlich duftet?

 

Der angenehm würzige Duftstoff Cumarin, der für diesen Duft verantwortlich ist,  ist in verschiedenen Ruchgräsern, Schmetterlingsblütlern und anderen Pflanzen enthalten.

Durch das Anwelken wird das Cumarin an die Luft abgegeben und wir genießen den typischen Heugeruch.

 

Auch schon im April und Mai, wenn von gemähtem Heu noch lange nichts zu sehen oder zu riechen ist, kann man diesen Duft schon genießen:

 

Waldmeister wächst manchmal flächendeckend in Buchenwäldern, allerdings kann man ihn leicht übersehen, wenn er nur in kleineren Mengen vorkommt. Manchmal kommt einem da der Zufall zugute. Nämlich dann, wenn ein Tier oder ein anderer Spaziergänger so circa ein bis zwei Stunden vorher den gleichen Weg gegangen ist und Waldmeister "mit den Füßen getreten hat".

Tritt mich, dann dufte ich für dich

Wie oben bereits erwähnt, müssen cumarinhaltige Pflanzen verletzt werden - durch Treten, Abschneiden oder Abmähen - um den Duftstoff abgeben zu können.


Dann aber ist Waldmeister der wirkliche Duftboss - hat man einmal Waldmeister gerochen, erkennt man ihn immer wieder.


Die Bestimmung ist in diesem Fall auch recht einfach: man pflückt ein Blatt, lässt es anwelken und spätestens nach einer Stunde weiß man, ob man die richtige Pflanze gepflückt hat.

Maibowle

Für Waldmeister- oder Maibowle pflückt man einen Bund Waldmeister vor der Blüte, das sind ca. 3Gramm.

Den lässt man nun bis zu 24 Stunden, am besten im Bündel hängend, anwelken.


1 Liter trockener Weißwein wird in einen Krug oder in ein Bowlegefäß geschüttet.

Der Waldmeister wird nun kopfüber in den Wein gehängt, die Stiele sollen aufgrund ihrer Bitterstoffe nicht in die Flüssigkeit ragen. Je nach Geschmack kann man auch noch Läuterzucker dazugeben.


Nach 15 Minuten entfernt man den Waldmeister und gießt mit Sekt oder Prosecco auf.

Du bereitest mir Kopfschmerzen

Waldmeister ist ein Wandlungskünstler, wenn es um Kopfschmerzen geht.


In größeren Mengen kann das Cumarin Kopfschmerzen verursachen, in kleinen Mengen Kopfschmerzen vertreiben.

Allerdings können bei oftmaligem und häufigem Genuss die Leber und die Nieren geschädigt werden - also Waldmeister bitte nur kurzfristig verwenden.


Wenn die weißen Blüten des Waldmeisters erscheinen, ist der Cumaringehalt noch höher, weshalb man ihn - wenn überhaupt -

dann wirklich nur noch sehr vorsichtig verwenden sollte.

Heilkräftiges und Mythen

Waldmeister wird in der Volksheilkunde zur Gefäßerweiterung, Krampflösung und Entzündungshemmung eingesetzt.

Ebenso wird er als Mottenmittel hoch gepriesen.

 

Ich persönlich liebe ihn in Duftpotpourries und koche auch Gelee - allerdings nur kleine Gläser und davon nicht zu viel.

 

Zur Hexen- und Dämonenvertreibung wurde Waldmeister gerne eingesetzt - ob's geholfen hat, ist nicht bewiesen.

Wenn Kühe nicht fressen wollten, gab man ihnen in manchen Gebieten Waldmeister mit Salz.

Sammelwut

Mal sammle ich Fettnäpfchen, mal Erfahrungen,

aber das Kräutersammeln ist meine größte Leidenschaft.

 

Apropos Kopfschmerzen: wenn du zu viel Bowle trinkst, ist vielleicht an deinem Kater nicht nur der Waldmeister schuld....

 

Meine Bowle ist jetzt fertig - sorry, ich muss gehen - Prost!

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Autorin:

Petra Sandrieser

  • Kräuterpädagogin
  • Waldpädagogin
  • Natur- und Landschaftsführer

Kontakt: petra@petra-silie.at

www.petra-silie.at


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