Wildfrüchte im Spätsommer und Herbst Teil 1

Die Eberesche mit orangen Früchten

Wildfrüchte wie Schlehe, Weißdorn, Sanddorn, Quitte, Hagebutte  und Mispel wuchern oft vergessen am Wegesrand. Dabei stecken die Früchte voller gesunder Inhaltsstoffe, die unsere Nährstoffversorgung ergänzen und unsere Gesundheit fördern können.

 

"Ein Männlein steht im Walde, ganz still und stumm,  es hat von lauter Purpur ein Mäntlein um."

Mit diesen Worten besingt Hoffmann von Fallersleben das rote Kraftpaket Hagebutte.

Man kennt sie als  Juckpulver, Marmelade und Krapfenfüllung, allerdings eher weniger als Arznei:

Ein dänischer Bauer namens Erik Hansen hatte viele erfolglose Therapien gegen sein Arthroseleiden hinter sich, da bekam er eine selbst gemachte Hagebuttenmarmelade von einer Bekannten als Hausmittel empfohlen.

Nicht wirklich daran glaubend besserte sich sein Leiden zu seiner Überraschung etwas, später entdeckte er, dass getrocknetes Hagebuttenpulver ihm noch besser tat. 

 

Einige Jahre später wurden die Erfahrungen des dänischen Bauers von Wissenschaftlern der Universität Kopenhagen bestätigt, als aktiver Wirkstoff  wurde Galaktolipid erkannt .

Sanddorn

An manchen Hängen leuchten den ganzen Winter über orange-gelbe Früchte, die man auch "Zitronen des Nordens" nennt. Seiner Fähigkeit, auf Dünen zu gedeihen, sowie seinen Dornen verdankt der Sanddorn seinen Namen.

Wenn man bedenkt, dass die Regierung der ehemaligen DDR bereits in den 1960er Jahren die Erforschung des Sanddorns als Beitrag zur Volksgesundheit in Auftrag gab und man dann auch noch erfährt, dass Sanddorn sich mit seinem Vitaminreichtum nicht hinter Bananen, Kiwis und Orangen verstecken muss, wundert es einen nicht, daß dieses "Superfood" mittlerweile auch in Apotheken und Reformhäuser eingezogen ist.

Eine harte Birne?

Die Quitte steht für die vergessenen Herbstfrüchte. Die leuchtend-gelben Früchte werden im Oktober geerntet, und als Spätjahresfrüchte nahmen sie früher einen bedeutenden Platz in der Ernährung ein. Je nach Form unterscheidet man Birnen- und Apfelquitten: Während die Birnenquitten weicher sind und milder schmecken, haben die Apfelquitten trocken-hartes Fruchtfleisch und schmecken wesentlich aromatischer. Quitten sind im rohen Zustand nicht genießbar, als Quittengelee oder Quittenkäse sind sie eine hervorragende geschmackliche Abwechslung.

Spezielle Nascherei

Eine Nascherei, die meine Mutter oft um die Adventzeit herum machte, ist der Quittenkäse.

 

Dafür werden Quitten in Stücke geschnitten und mit ganz wenig Wasser weich gekocht (ca. 45 Minuten).

Nun werden die weichgekochten Quitten durch die Flotte Lotte getrieben und danach

mit gleich viel Zucker wie Quittenmasse mit wenig Wasser ca.1,5 Stunden leicht köcheln gelassen.

Dabei immer umrühren!

Wenn sich die Masse vom Topfboden löst, gießt man alles auf ein vorbereitetes mit Backpapier ausgelegtes Blech und gibt darüber nochmals eine Lage Backpapier.

Danach stellt man es zum Ruhen in einen möglichst kühlen Raum stellen. Nach 2 -3 Stunden sollte der Quittenkäse fest sein und kann in kleine Portionen geschnitten werden.

"Einkaufen" in der Natur

Nicht nur ihres gesundheitlichen Nutzens wegen sollten Herbstfrüchte wie Hagebutten, Maronen, Quitten, Mispeln und Sanddorn wieder häufiger einen besonderen Platz in unserem winterlichen Speiseplan einnehmen, sondern auch, um unsere Nährstoffversorgung zu ergänzen und zu optimieren.

Aber vergessen wir nicht den einmaligen Geschmack all dieser Früchte!

Außerdem erspart uns Gesundes aus der Natur auch so manchen Einkauf.

Sammelwut

Mal sammle ich Fettnäpfchen, mal Erfahrungen,

aber das Kräutersammeln ist meine größte Leidenschaft.

 

Hast du eine Lieblingsfrucht, die du gerne näher beschrieben haben willst?

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Autorin:

Petra Sandrieser

  • Kräuterpädagogin
  • Waldpädagogin
  • Natur- und Landschaftsführer

Kontakt: petra@petra-silie.at

www.petra-silie.at


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