Wildfrüchte im Spätsommer und Herbst Teil 2

Sanddorn mit orangen Früchten - viel Vitamin C, gesund

Tiefblau und leuchtend rot sind viele der Früchte, die jetzt zu ernten sind.

Da fällt mir der Ruf des Apfelbaumes aus dem Märchen "Frau Holle" ein: "Rüttel mich und schüttel mich, meine Äpfel sind alle miteinander reif!“

 

Goldmarie schüttelte und wurde mit Gold belohnt, die faule Pechmarie hingegen mit Pech überschüttet.

Da bin ich lieber so fleißig unterwegs wie Goldmarie und genieße meinen Lohn dann im Winter, wenn ich Gläser und Flaschen öffne, deren Inhalt dann herrlich nach Sommer riecht und schmeckt!

Holunder

oder auch Holler genannt, hat nicht nur während seiner Blütezeit eine große Bedeutung. Gerade jetzt, wenn die Beeren sich dunkelblau bis schwarz verfärbt haben, ist die perfekte Zeit um sich diese stark vitaminhaltigen Beeren ins Haus zu holen und für den Winter vorzusorgen.

 

Holunderbeeren sind im rohen Zustand leicht giftig!

Hollermus

Für das Hollermus  braucht man Hollerbeeren, Zwetschgen und Äpfel und/oder Birnen.

Zuerst zupft man die Hollerbeeren von den Stielen und gibt sie mit den Zwetschgenhälften und in Spalten geschnittenen Äpfeln oder Birnen in wenig Wasser, dem Zitronensaft, Zucker, Gewürznelken und Zimt zugefügt werden.

Ich persönlich mag es noch mit etwas Kardamom und Macisblüte. Außerdem kann man die Gewürznelken durch die Wurzel der Nelkenwurz ersetzen.

Dann kocht man alles weich und isst es entweder mit Grießknödeln oder lauwarm mit Vanilleeis.


Da das alles nicht lange haltbar ist, koche ich außerdem aus den gleichen Zutaten noch Marmelade für den Winter.

Die Eberesche

Bekannt ist die Eberesche auch bei den nicht Kräuterkundigen durch den exklusiven Vogelbeerbrand.


Mir ist die Vogelbeere als Mus oder Marmelade lieber, meistens mit Äpfeln, Birnen oder Quitten gemischt.

Mit dem Dampfentsafter kann man auch hervorragend Saft für den Winter herstellen,  der kühl gelagert werden sollte.


Aber Vorsicht: Wilde Ebereschen sind oftmals so bitter, dass man den Saft oder das Mus nur bedingt essen kann. Also am besten eine Beere kosten, bevor man zu sammeln anfängt - der herbe Geschmack soll sein, aber sie darf nicht bitter schmecken. Ansonsten ab in den Tiefkühler und danach zuerst eine kleine Menge verarbeiten!

Schlehdorn

Die Schlehe ist eigentlich hier in Europa die Urform der Pflaume. Das soll aber nicht heißen, dass man sie direkt vom Strauch essen kann - zumindest ist das ein bleibendes Erlebnis, wenn die Schlehenfrüchte noch keinen Frost abbekommen haben.

In der Zeit, wo ich erst begonnen habe, mich verstärkt mit Wildpflanzen zu beschäftigen, wurde uns bei einem Seminar ein Schlehenstrauch mit Beeren gezeigt - die Unerfahreneren unter uns mussten natürlich sofort probieren.... Der Geschmack einer Schlehe, die noch nicht vom Frost "gemartert" wurde, ist extrem pelzig und zieht den Gaumen unangenehm zusammen, in der Fachsprache nennt man das "adstringierend".

 

Da in manchen Gebieten kaum mehr Schlehen auf den Sträuchern sind, wenn man den Frost abwartet, kann man sich behelfen indem man die Beeren vor dem Frost sammelt - dunkelblau müssen sie aber schon sein - und sie für 2 Tage im Tiefkühler belässt.

 

Aber sei bitte nicht zu gierig, viele Vögel sind auf die Schehen genauso heiß wie du!

Schlehenlikör

Schlehen werden angestochen in ein Glas geschlichtet und mit Zucker, Alkohol (Korn oder Obstbrand), Zimt und Gewürznelken für 2 Monate reifen gelassen. In dieser Zeit immer wieder umrühren und danach durch ein Sieb filtern. Die Schlehen gut ausdrücken - wäre sonst schade um das Aroma!

Nun kann man noch abschmecken - abgekochtes bzw. destilliertes Wasser macht den Likör schwächer, Zuckersirup macht ihn süßer... auf jeden Fall ist dieser herrlich rote Winterlikör ein absoluter Genuss.

Sammelwut

Mal sammle ich Fettnäpfchen, mal Erfahrungen,

aber das Kräutersammeln ist meine größte Leidenschaft.

 

Jetzt aber raus ins Freie und Sammeln - was hast du heuer schon eingekocht oder verarbeitet?

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Autorin:

Petra Sandrieser

  • Kräuterpädagogin
  • Waldpädagogin
  • Natur- und Landschaftsführer

Kontakt: petra@petra-silie.at

www.petra-silie.at


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Kommentare: 2
  • #1

    Tasia Truss (Donnerstag, 02 Februar 2017)


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  • #2

    Lula Selvy (Donnerstag, 02 Februar 2017 20:31)


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