Larix Decidua - Die europäische Lärche

Die Lärche ist ein sogenannter sommergrüner Baum, dessen Nadeln sich im Herbst zuerst wunderschön goldbraun verfärben und danach abfallen.

Lärchenholz wird hauptsächlich als Bauholz verwendet, als Brennholz ist es wirtschaftlich kaum bedeutend.

 

Die frischen Zweige mitsamt den Nadeln und die weiblichen Zapfen können für Sirup und Schnäpse verwendet werden, das Harz hat in der Volksmedizin einen hohen Stellenwert.

Trockene Zapfen und Zweige setzen speziell in der Weihnachtsdekoration schöne Akzente.

Lärchenschnaps

Für Lärchenschnaps kann man sowohl frische grüne Triebe als auch die roten, weiblichen Zapfen verwenden -die Zweige dürfen noch nicht verholzt sein und die Zapfen sind meiner Meinung nach optimal, wenn sich leichte Harztropfen zeigen.


Für die Herstellung entweder die Zweige oder die Zapfen mit hochwertigem Obstler oder Korn aufgießen und etwa zwei Monate ziehen lassen. Danach abfiltern und je nach Geschmack noch Zuckersirup dazugeben.

Von Feen und Schutzgeistern

Die Lärche gilt als weiblicher Schutzbaum, sie ist Ruhe- und Tanzplatz der "saligen" Alpenfeen und bei Gehöften soll der gute Hausgeist in ihnen wohnen. Große Lärchen findet man oft in Wallfahrtsorten.


Lärchenholz, Lärchennadeln und Harz eignen sich auch sehr gut für Räucherungen, entweder für sich allein oder mit anderen Hölzern oder Kräutern.


Die Blüte der Lärche ist die 19. Bachblüte und gilt als die Blüte des Selbstvertrauens, diese Wirkung wird auch beim Räuchern beschrieben.

Venezianisches Terpentin

Das Lärchenpech enthält ca. ein Viertel Terpentin, früher war Venedig ein großer Umschlagplatz dafür, daher auch der volkskundliche Name.

Lärchenpech wird in der Volksmedizin bei Husten gerne verwendet,  der Balsam wird auf Brust und Rücken aufgetragen, man kann die Wirkung mit einem feuchtwarmen Wickel noch verstärken. Eine kleine Menge Lärchenpech im selbstgemachten Hustensaft  leistet gute Dienste, ebenso wird Lärchenpech bei Muskel- und Nervenschmerzen gerne empfohlen.

Oft hört man, dass man die Salbe nicht auf offene Wunden aufbringen soll, aber gerade in diesem Bereich haben wir in unserer Familie beste Erfahrungen gemacht.

Lärchenpechsalbe selber machen

Die Originalrezepturen für Lärchenpechsalbe weichen  stark ab, sie waren immer abhängig davon, was auf den jeweiligen Höfen vorrätig war.


Richtig gute Lärchenpechsalbe wurde meistens mit hochwertigem Schweinefett ganz langsam und oft tagelang auf dem Herd "gesotten" und hatte dadurch eine etwas zähere Konsistenz.


Diese Machart findet sich heutzutage eher selten - einerseits riecht sie natürlich nicht so optimal, andererseits hat nicht jeder einen Holzofen zuhause stehen. Mit unseren Elektroherden wäre das ein richtig teures Unterfangen.

die gebräuchlichste Rezeptur

1/2 Liter Olivenöl am besten im Wasserbad erwärmen und 200 bis 300 g Lärchenharz darin unter ständigem Rühren auflösen. Bienenwachs dazu und wie bei der Marmelade eine Konsistenzprobe machen. In kleine Tiegel füllen und kühl lagern.


Ich persönlich mache meine Salben am liebstem mit reinem Kokosöl, was aber den Nachteil hat, dass sie ohne die Zugabe von Wachs gerade im Sommer sehr schnell flüssig werden können.

Sammelwut

Mal sammle ich Fettnäpfchen, mal Erfahrungen,

aber das Kräutersammeln ist meine größte Leidenschaft.

 

Speziell im Winter ist mir die Lärche ein guter Begleiter - sei es im Räucherstövchen oder im Hustensaft.

 

Versuch doch selbst einmal, dir eine Spezialsalbe zu rühren, du wirst begeistert sein!


Autorin:

Petra Sandrieser

  • Kräuterpädagogin
  • Waldpädagogin
  • Natur- und Landschaftsführer

Kontakt: petra@petra-silie.at

www.petra-silie.at


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Kommentare: 1
  • #1

    Venetta Kist (Dienstag, 07 Februar 2017 05:10)


    Thanks for a marvelous posting! I quite enjoyed reading it, you might be a great author.I will make sure to bookmark your blog and definitely will come back sometime soon. I want to encourage you to definitely continue your great work, have a nice afternoon!