Baumknospen - Vitalbomben des Lebens

Gemma bedeutet Edelstein genauso wie Knospe oder Auge auf Latein. Folgedessen wird einem die Wichtigkeit von Knospen erst richtig bewusst.

Auf das menschliche Denken bezogen sind Knospen  junges, ungeborenes Pflanzengewebe, das in einer schützenden Harzschicht heranwächst und sich bis zum Frühjahr soweit ausbildet, um dann neue Blüten hervorzubringen.

Baumknospen können den ganzen Winter hindurch in kleinen Mengen verzehrt werden z. B. auf dem Butterbrot. Allerdings schmecken nicht alle Knospen gleich, einen Versuch ist jede (natürlich nur von ungiftigen Bäumen) wert.

Gemmotherapie

Der belgische Arzt und Naturliebhaber Henry Pol (1918-1988) entwickelte die sogenannte Phytembryotherapie, die besagt, dass die Informationen, die in Knospen enthalten sind, auch dem menschlichen Körper zur Heilung verhelfen können.

Er wurde unter anderem inspiriert von Wolfgang von Goethe, der "die Metamorphose der Pflanzen" geschrieben hatte als auch von Hildegard von Bingen, die bereits damals die Knospen von Apfel, Birke, Schwarzer Johannisbeere, Esskastanie, Esche und Silberlinde empfahl.

Der Homöopath und Vertraute Pols  Max Tetau entwickelte die Phytembryotherapie zur Gemmotherapie weiter.

Bachblüten

Auch Dr. Edward Bach wusste um die Kräfte der Knospen und der jungen Pflanzenteile.

Er stand dafür ein, dass ein jeder seine Gesundheit selbst in die Hand nehmen sollte und sich die Heilmittel aus Pflanzen der Umgebung selbst zubereitet.

Seine Seelenmedizin gilt als sanft, nebenwirkungsfrei und harmonisierend auf die negativen Seelenzustände.

Tiere und Knospen

Tiere haben den natürlichen Instinkt, Blätter und Knospen von speziellen Bäumen zu fressen, um sich ihre Vitalität zu erhalten.

Gibt man Ziegen frische Äste in den Stall, werden diese in kürzester Zeit von den Knospen und der Rinde befreit - Gemmotherapeuten sehen einen Zusammenhang zwischen der Fresslust auf junge Knospen und der niedrigen Krebsrate bei Schafen und Ziegen.

Wurden unserer Rinder auf eine bestimmte Weide gelassen, waren die untersten Äste der großen Linde bald abgefressen, obwohl genügend frisches Gras vorhanden war. Die Kühe zupften die Blätter und Blüten von den Ästen und bald danach gingen sie zur Tränke - folgedessen tranken sie gesunden Lindenblütentee!


Auch Vögel machen sich gerne über frische Knospen her, was sie bei Obstplantagenbesitzern nicht gerade beliebt macht.

Speziell Gimpel, Grünfink und Sperling picken am liebsten an Knospen von Obstgehölzen.

Knospen sammeln und verwenden

Knospen sollten am besten an sonnigen Tagen um die Mittagszeit geerntet werden.

Man sammelt nur wenig, hier gilt dasselbe wie beim Kräuter sammeln - ein guter Sammler ist unsichtbar!

Das bedeutet, dass man es dem Zweig nicht ansehen sollte, dass er beernet wurde.

Man verarbeitet die ungewaschenen Knospen sofort und trocknet sie auf einem Stück Papier.

Natürlich kann man die frischen Knospen einfach so knabbern, leicht anrösten, in Öl oder Honig einlegen - der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Knospen soll man nur in kleinen Mengen, dafür aber öfter essen - sie wirken nicht über die Menge, sondern verhelfen uns aufgrund ihrer Botenstoffe zu positiven Informationen.

Pappeltinktur und -salbe

Pappeltinktur: Ein Glas zu einem Drittel mit Pappelknospen füllen und mit Alkohol (40%) auffüllen. Warm und sonnig stellen, täglich schütteln und nach einem Monat abseihen.

Pappelsalbe 1: Pappelknospen anquetschen, in Schweinefett oder Butterschmalz circa eine Stunde köcheln lassen, abseihen und in kleine Tiegel abfüllen.

Pappelsalbe 2: Pappelknospen in Öl ansetzen und ein Monat ziehen lassen, abseihen und mit etwas Bienenwachs im Wasserbad schmelzen und abfüllen.

Aus den Knospen der Pappel gewinnen die Bienen das Harz für ihr Propolis, schon lange wird in der Volksmedizin Pappelharz als Propolisersatz verwendet.  Die Tinktur wird zur Desinfektion und Wundheilung verwendet, die Salbe wirkt unter anderem schmerzstillend und fiebersenkend.

Sammelwut

Mal sammle ich Fettnäpfchen, mal Erfahrungen,

aber das Kräutersammeln ist meine größte Leidenschaft.

 

Mancher mag mich für verrückt erklären, wenn ich bei einem Spaziergang Knospen pflücke und sie mir in den Mund stecke -

aber zu den "ganz Normalen" wollte ich sowieso nie gehören.

 

Nimm an, was die Natur dir schenkt und finde deine spezielle Lieblingsknospe!

Gefällt dir mein Artikel? Dann teile ihn doch mit deinen Freunden:


Autorin:

Petra Sandrieser

  • Kräuterpädagogin
  • Waldpädagogin
  • Natur- und Landschaftsführer

Kontakt: petra@petra-silie.at

www.petra-silie.at


Kommentar schreiben

Kommentare: 0