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Baumknospen - Vitalbomben des Lebens

Hast du dir schon einmal bewusst gemacht, wieviel Kraft in einer einzelnen Knospe steckt. Aus diesem kleinen, eigentlich unscheinbaren Ding entsteht eine Blüte mitsamt dazugehöriger Blätter...

Nicht umsonst bedeutet der lateinische Name "Gemma" für Knospe auch Edelstein.

 

Gerade bei Knospen wird einem klar, wie wunderbar die Natur wirkt und wie "verschwenderisch" sie mit ihrem Leben umgeht. Oder hast du schon mal gesehen, dass sich die Knospe, deren Blüten im Frühjahr möglicherweise erfrieren, sich im nächsten Jahr sagt: "Hat doch eh keinen Sinn, dass ich mich hier bemühe. Wer weiss, ob nicht der Frost mir wieder meine Blüten kaputt macht"?

 

Dieser Lebenswille, diese Lebenskraft sind tolle Metaphern für unser Dasein - warum denken wir so oft, dass etwas keinen Sinn hat? Disziplinieren wir unseren Geist doch etwas und nehmen uns ein Beispiel an der Natur...

 

Wir sind doch hier auf dieser Welt um Erfahrungen zu machen und das Beste aus uns rauszuholen!

 

Wir können uns die Kraft der Knospen auch körperlich zugute machen, indem wir im Winter und Frühjahr kleinen Mengen direkt essen z. B. auf dem Butterbrot. Allerdings schmecken nicht alle Knospen gleich, einen Versuch ist jede (natürlich nur von ungiftigen Bäumen) wert.

Gemmotherapie

Der belgische Arzt und Naturliebhaber Henry Pol (1918-1988) entwickelte die sogenannte Gemmotherapie, die besagt, dass die Informationen, die in Knospen enthalten sind, auch dem menschlichen Körper zur Heilung verhelfen können.

Er wurde unter anderem inspiriert von Wolfgang von Goethe, der "die Metamorphose der Pflanzen" geschrieben hatte als auch von Hildegard von Bingen, die bereits damals die Knospen von Apfel, Birke, Schwarzer Johannisbeere, Esskastanie, Esche und Silberlinde empfahl.

 

Wir alle verwenden ja bereits Knospen in der Küche wie beispielsweise Kapern oder Gewürznelken - aber kaum jemand ist sich dessen bewusst. Ich verwende nicht nur Gewürznelken in ihrer Urform, sondern auch ätherisches Nelken-Öl in der Küche und im Diffuser.

 

Bachblüten

Auch Dr. Edward Bach wusste um die Kräfte der Knospen und der jungen Pflanzenteile.

Er stand dafür ein, dass ein jeder seine Gesundheit selbst in die Hand nehmen sollte und sich die Heilmittel aus Pflanzen der Umgebung selbst zubereitet.

Seine Seelenmedizin gilt als sanft, nebenwirkungsfrei und harmonisierend auf die negativen Seelenzustände.

Tiere und Knospen

Tiere haben den natürlichen Instinkt, Blätter und Knospen von speziellen Bäumen zu fressen, um sich ihre Vitalität zu erhalten.

Gibt man Ziegen frische Äste in den Stall, werden diese in kürzester Zeit von den Knospen und der Rinde befreit - Gemmotherapeuten sehen einen Zusammenhang zwischen der Fresslust auf junge Knospen und der niedrigen Krebsrate bei Schafen und Ziegen.

In meiner Zeit als Bergbäuerin konnte ich beobachten, dass unsere Rinder auf eine bestimmten Weide die untersten Äste der großen Linde abfrassen, obwohl genügend frisches Gras vorhanden war. Die Kühe zupften die Blätter, Blüten und Knospen von den Ästen und bald danach gingen sie zur Tränke - das ist gesunder Lindenblütentee in seiner ureigensten Art!

 

Auch Vögel machen sich gerne über frische Knospen her, was sie bei Obstplantagenbesitzern nicht gerade beliebt macht.

Speziell Gimpel, Grünfink und Sperling picken am liebsten an Knospen von Obstgehölzen.

Knospen sammeln und verwenden

Knospen sollten am besten an sonnigen Tagen um die Mittagszeit geerntet werden.

Man sammelt nur wenig, hier gilt dasselbe wie beim Kräuter sammeln - ein guter Sammler ist unsichtbar!

Das bedeutet, dass man es dem Zweig nicht ansehen sollte, dass er beernet wurde.

Man verarbeitet die ungewaschenen Knospen sofort und trocknet sie auf einem Stück Papier.

Natürlich kann man die frischen Knospen einfach so knabbern, leicht anrösten, in Öl oder Honig einlegen - der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Knospen soll man nur in kleinen Mengen, dafür aber öfter essen - sie wirken nicht über die Menge, sondern verhelfen uns aufgrund ihrer komplexen Botenstoffe zu positiven Informationen. Das kann die körperliche Gesundheit fördern und wirkt, wenn man achtsam damit umgeht, ganz toll auf unseren Geist.

Pappeltinktur und -salbe

Pappeltinktur: Ein Glas zu einem Drittel mit Pappelknospen füllen und mit Alkohol (40%) auffüllen. Warm und sonnig stellen, täglich schütteln und nach einem Monat abseihen.

Pappelsalbe 1:

  1. Pappelknospen anquetschen.
  2. In Schweinefett oder Butterschmalz circa eine Stunde köcheln lassen.
  3. Abseihen.
  4. In kleine Tiegel abfüllen.

 

Pappelsalbe 2:

  1. Pappelknospen in Öl ansetzen.
  2. Einen Monat ziehen lassen.
  3. Abseihen.
  4. Mit etwas Bienenwachs im Wasserbad schmelzen.
  5. Abfüllen.

 

Aus den Knospen von harzhaltigen Bäumen, unter anderem der Pappel, gewinnen die Bienen ihr Propolis, das sie dann aufgrund seiner Eigenschaften (antiviral, antibiotisch, antimykotisch) im Bienenstock zum Abdichten von Ritzen, aber auch zum Hemmen und Abtöten eingeschleppter Erreger oder Fremdkörper verwenden.

 

Als Ersatz für Propolis wird in der Volksmedizin gerne Pappelharz  verwendet. 

Die Tinktur (Beschreibung zur Tinkturherstellung findest du hier) wird zur Desinfektion und Wundheilung verwendet, der Salbe (hier gibt es eine detailliertere Beschreibung zur Herstellung von Salben) werden unter anderem schmerzstillende und fiebersenkende Eigenschaften nachgesagt.

Sammelwut

Mal sammle ich Fettnäpfchen, mal Erfahrungen,

aber das Kräutersammeln ist meine größte Leidenschaft.

 

Mancher mag mich für verrückt erklären, wenn ich bei einem Spaziergang Knospen pflücke und sie mir in den Mund stecke -

aber zu den "ganz Normalen"hab ich sowieso nie gehört!

 

Nimm an, was die Natur dir schenkt und finde deine spezielle Lieblingsknospe!

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Autorin:

Petra Sandrieser

  • Kräuterpädagogin
  • Waldpädagogin
  • Natur- und Landschaftsführer

Kontakt: petra@petra-silie.at

www.petra-silie.at


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Kommentare: 2
  • #1

    Ingrid Fürst (Sonntag, 05 April 2020 17:05)

    Liebe Petra, zu ihrem Artikel habe ich eine Frage: welche Pappelart ist gemeint? Silberpappel oder die hohe Pappel? Danke für ihre Rückmeldung. vlG Ingrid

  • #2

    Petrasilie (Samstag, 02 Mai 2020 23:40)

    Liebe Ingrid,

    optimal ist die Balsampappel! Sonst gehen aber auch andere Pappelarten.

    Liebe Grüße
    Petra