Vogelschutz im eigenen Garten

Jedes Jahr Anfang Jänner gibt es die "Stunde der Wintervögel". Da drücken sich Tausende Menschen

ihre Nasen an der kalten Fensterscheibe platt, um die Vögel an ihrem Futterhäuschen zu zählen.

 

Die Auswertung dieser Zählung gibt einen guten Überblick über das Vorkommen der einzelnen Arten, aber auch darüber, wenn eine Art schwindet.

 

Die Winterfütterung allein reicht aber oft nicht aus, um den Bestand der Wildvögel zu erhalten - naturnahe Gärten oder Parks mit einem reichhaltigen Angebot an Nahrung und genügend Raum für Niststätten sind hier ein guter Ansatzpunkt.

Für jeden Schnabel das richtige Futter

Teilt man Vögel aufgrund ihrer Nahrungsvorlieben ein, gibt es Weichfutterfresser und Körnerfresser.

 

Zu den Weichfutterfressern gehören Amseln, Drosseln, Stare, Zaunkönige, Heckenbraunellen, Kleiber, Baumläufer, Rotkehlchen und Spechte. Sie alle haben eher spitze, zierliche Schnäbel.

Weichfutterfresser bevorzugen in der freien Natur vor allem Früchte, Insekten und Weichtiere, im Winter kann man sie mit getrockneten Beeren und getrocknetem Obst, Rosinen, Haferflocken oder gehackten Nüssen verwöhnen.

 

Zu den Körnerfressern gehören alle Finken (Buch- und Grünfinken, Kernbeißer, Zeisige, Stieglitze), Meisen, Gimpel und Spatzen (Sperlinge).

Bei diesen Vogelarten ist der Schnabel deutlich kräftiger, dicker und kürzer als bei den Weichfressern.

Die Körnerfresser ernähren sich von Samen aller Art, deren Schale sie mit ihrem Schnabel aufbrechen können. Für die Winterfütterung dieser Vögel eignen sich Sonnenblumenkerne, Hanfsamen, Mohn, Lein, Rübsamen, Buchweizen und Haferflocken.

 

Fettfutter wird von beiden Arten gerne angenommen und ist sehr gehaltvoll. Es wird in vielen Varianten angeboten,  Meisenknödel und Meisenringe sind hier wohl die gebräuchlichsten.

Auch Vögel sind durstig

Vogeltränken werden auch im Winter gerne angenommen, auch wenn der Mensch aufgrund der kalten Temperaturen hier etwas mehr Aufwand betreiben muss.

Ab dem Frühjahr ist es sinnvoll, Steine oder Äste in der Vogeltränke zu platzieren, damit  auch Insekten gefahrlos ihren Durst stillen können, ohne dabei zu ertrinken.

Ich liebe es, Vögeln im Sommer beim Baden zu beobachten, auch dafür ist eine Wasserquelle im Garten notwendig. Außerdem verhindert Wasser im Garten, dass Vögel reife Früchte anpecken, nur um ihren Durst zu stillen.

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Nistkästen bieten Höhlenbrütern optimale Möglichkeiten ihre Brut aufzuziehen, die Größe des Einfluglochs entscheidet darüber, welche Vogelart einziehen kann.

Will man Nistkästen selber bauen, muss man darauf achten, unbehandeltes Holz zu verwenden - wir haben die alten Dachbretter unseres Salettls (auf Hochdeutsch Gartenhaus) dafür verwendet.

Nistkästen müssen nach dem Auszug gereinigt werden, damit auch die nächste Generation unbelastet aufgezogen werden kann.

Meine Helfer im Gemüsegarten

Die meisten Vögel fressen ja bekannterweise auch Insekten, was auch mithilft, das biologische Gleichgewicht zu erhalten.

Das macht der Maulwurf übrigens auch, jedes einzelne Exemplar betreut ungefähr 2.000 m² Garten.

Wenn ein Teil meines Gartens umgegraben wird, dauert es nicht lange, bis die ersten Vögel auf der Suche nach Würmern und Insekten das Beet bevölkern.

Um Vögeln ein größeres Nahrungsangebot bieten zu können, ist es sinnvoll,  Wildblumen zu säen, die wiederum vermehrt Insekten anlocken.

Wildhecken

Hecken bieten einerseits Unterschlupf und andererseits Nahrung für Vögel, auch Amphibien, kleine Säugetiere und Insekten lieben diese nachhaltigen Großstädte.

Früher wurden Hecken oft als Windschutz gepflanzt, was heute auch noch manchmal Sinn macht. Zusätzlich sind Kornelkrischen, Schlehen, Hagebutten, Holunder, Haselnuss und Sandorn nicht nur für Vögel wahre Leckereien -  beispielsweise ist selbstgemachter Schlehenlikör ein wahrer Seelenschmeichler.

Insektenhotels und Futterpflanzen

Insektenhotels bieten Wildbienen, Ohrwürmern, Marienkäfern und Florfliegen Unterschlupf - viele der Insekten vertilgen massenweise Blattläuse und andere Schädlinge.

Dafür müssen manche eben ihrerseits als Futter herhalten!

Distelsamen und Sonnenblumenkerne können auch direkt an der Pflanze angeboten werden - Disteln schneidet man im Reifestadion ab und lagert sie trocken bis zum Winter. Dann steckt man sie in den Schnee und kann speziell den Stieglitz beim Fressen beobachten.

Sammelwut

Mal sammle ich Fettnäpfchen, mal Erfahrungen,

aber das Kräutersammeln ist meine größte Leidenschaft.

 

Jedes einzelne Tier, das wir mit bewusster Lebensweise und Gartengestaltung retten können, ist wertvoll. Mach mit!

Vielleicht hast du ja noch ganz andere Ideen und möchtest sie mit mir teilen?


Autorin:

Petra Sandrieser

  • Kräuterpädagogin
  • Waldpädagogin
  • Natur- und Landschaftsführer

Kontakt: petra@petra-silie.at

www.petra-silie.at


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