Baummedizin

Was bin ich in meiner Kindheit auf Bäume geklettert!

 

Wenn ich von meinem kleinen Bruder genug hatte, bin ich auf den Kirschbaum geflüchtet, wo er mir nicht nachkommen konnte.

 

Aber nicht immer wollte ich alleine sein.

In den Haselstauden hatten wir - drei an der Zahl - uns ein richtiges Lager gebaut, wo wir mit unsichtbaren Freunden spielten, uns gefährliche Gefechte mit den Nachbarskindern lieferten oder einfach nur herumlungerten.

 

Wir bauten uns Pfeil und Bogen aus Haselstöcken, aßen Bucheckern und frische, grüne Haselnüsse, klebten uns Ahornnasen ins Gesicht - kurzum, wir hatten das Glück, uns immer in der Nähe von Bäumen aufhalten zu können.

Waldbaden

Laut einer japanischen Studie entspannt man sich schon nach 20 Minuten im Wald, der Cortisol-Wert (Cortisol ist ein Stresshormon), Puls und Blutdruck sinken merklich.

Japaner haben für das sogenannte "Waldbaden" einen eigenen Ausdruck: Shinrin-yoku.

An der Nippon Medical School in Tokio wird Waldmedizin gelehrt, leider wird das bei uns wohl nicht Mode machen, denn auf den Wald kann man ja kein Patent anmelden.

 

Beim Waldbaden nimmt man sich Zeit und den Wald mit allen Sinnen wahr, man riecht das nasse Moos, hört Vogelgezwitscher oder das Murmeln des Baches, sieht die Farben und Schatten der Bäume, spürt die alte Borke einer Eiche und schmeckt die Süße einer Schwarzbeere.

Bäume umarmen

Auch die Chinesen widmen sich der Gesundheit, die man mit Hilfe der Bäume fördern kann.

Ding Shu Gong nennt sich diese Geheimwaffe und bedeutet in etwa "sich an Bäume anlehnen, ihre Energie aufnehmen und von ihnen lernen".

Jeder Baum hat hier seine eigene Wirkung, manche helfen bei Liebeskummer, andere heben die Stimmung.

 

Umarmt man also einen Baum, können die Energien verbunden werden und die heilende Energie geht auf uns über.

 

Auch die Buddhisten halten viel von der Energie der Bäume, eine Meditation im Schatten dieser soll besonders wirkungsvoll sein.

Das keltische Baumhoroskop

Die alten Kelten waren auch nicht blöd, ihre Druiden wussten um die Eigenschaften und Kräfte der verschiedenen Bäume, sowohl medizinisch als auch magisch.

21 Bäume prägen das keltische Horoskop, wie in anderen Horoskopen auch werden jedem Datum gewisse Eigenschaften zugesprochen.

Laut einer keltischen Legende wurden einst Bäume durch göttliches Wirken zum Leben erweckt, aus ihnen sollen die ersten Menschen entstanden sein.

Die Zirbe als Alleskönner

Speziell für die Zirbe gibt es schon etliche Forschungsergebnisse:

 

Der Schlaf in einem Zirbenholzbett ist deshalb so erholsam, weil sich die Herzfrequenz reduziert,

Zirbenholz enthält einen Stoff, der Kleidermotten fern hält und viele Parfümeure beschäftigen sich mit dem Duft der Zirbe, der extrem lange anhält.

 

Die Zirbe wächst in Höhen, die keiner anderen Baumart mehr behagen, sie gilt als "Königin der Alpen".

 

In manchen Gegenden gilt sie als geschützt, durch das Sammeln der Zirbenzapfen für das Ansetzen in Schnaps wurde oft Raubbau betrieben.

Täglich eine halbe Stunde

Hundebesitzer haben's fein, die müssen gezwungenermaßen raus. Die anderen müssen halt öfter mal den  inneren Schweinehund überwinden.

Hast du schlechte Stimmung oder Kopfweh - geh in den Wald!

Der Geist erholt sich und die Pflanzen im Wald strömen Hormone aus, die laut einer Studie unsere Killerzellen zum Wachstum anregen - der Wert ist bis zu einem Monat danach noch erhöht.

Folgedessen: Es gibt kaum eine bessere Gesundheitsvorsorge als den Waldspaziergang.

 

Das Notfallpaket im Büro ist es, Bäume durchs Fenster anzusehen. oder sich ein Waldbild auf den Schreibtisch zu stellen. Wie wäre es mit einem neuen Bildschirmschoner?

Schon das bewusste Ansehen eines Bildes verändert deine Stimmung.

Nadeln, Harz und Rinde

Nicht nur der Aufenthalt im Wald ist erholsam, Rinde, Harz und Nadeln werden in der Naturheilkunde oft verwendet.

Weidenrinde wird bei Schmerzen und Entzündungen angewendet, Eichenrinde gilt als beliebtes Gegenmittel bei Durchfall.

Ein Bad in Fichtennadeln wird bei Erkrankungen der Luftwege empfohlen,

aus Harz kann man tolle Salben machen wie die Lärchenpechsalbe.

Sammelwut

Mal sammle ich Fettnäpfchen, mal Erfahrungen,

aber das Kräutersammeln ist meine größte Leidenschaft.

 

Habe ich dir Lust gemacht einen Waldspaziergang zu unternehmen?

Erzähl mir von deinen Erlebnissen und wie der Wald deine Gesundheit unterstützt.


Autorin:

Petra Sandrieser

  • Kräuterpädagogin
  • Waldpädagogin
  • Natur- und Landschaftsführer

Kontakt: petra@petra-silie.at

www.petra-silie.at


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