Die Birke

Birke, Allee, Bäume

Die Gattung der Birken (lat. betula) umfasst um die 60 Arten, wovon 4 bei uns heimisch sind.

 

Viele Mythen ranken sich um Birken, deren Rinde anfangs noch glatt ist, sich aber später in die unverwechselbare rissige weiße Borke verwandelt.

 

Sie gilt sie als Schutzbaum , im Mittelalter schlug man Verbrecher mit Birkenruten oder pflanzte Birken neben unbeleuchteten Straßen, da die Begrenzungen durch ihre Borke leichter sichtbar waren.

 

Estland gilt als das Land der Birken, weil sie dort der häufigste Laubbaum ist. Sie wird in Liedern und der Volksdichtung sehr oft  erwähnt, ist sie ja Estlands Nationalbaum und Wahrzeichen.

Die Russen wiederum bezeichnen die Birke als "Herrin der Wälder".

Im germanischen und slawischen Brauchtum ist die Birke ebenso nicht wegzudenken, sie gilt unter anderem als die Mutter der Maibäume.

Birkenwasser

Um der Birke ihr Wasser zu entlocken, muss man im Frühjahr den Stamm der Birke etwa 2-4 Zentimeter tief anbohren und ein dünnes Rohr in das Bohrloch stecken. Bis zu 4 Liter Birkensaft rinnen dann pro Tag aus dieser Verletzung, ein Gefäß zum Auffangen befestigt man dafür am Baum.

Da dies aber die Birke schädigt, darf man den gleichen Baum danach 2 Jahre nicht "melken", ebenso gehört das Bohrloch wieder mit Harz verschlossen.

 

Das Wasser kann dann als Haarwasser weiterverwendet werden oder im Kühlschrank aufbewahrt und über einen Zeitraum von einigen Wochen getrunken werden. Manchmal wird davor gewarnt, Birkenwasser zu trinken, da es zu viel Verunreinigungen enthalten soll - das muss jeder für sich selbst entscheiden.

 

Dem Birkenwasser wird nachgesagt, bei Verdauungsbeschwerden zu helfen und das Immunsystem zu stärken - wie bei so vielen Naturmitteln sind diese Aussagen aber nicht belegbar.

Junge Birkenblätter als Salat

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Die jungen, noch weicheren Blätter der Birke sind eine hervorragende Ergänzung im Frühjahrssalat, mit Löwenzahn, Gundelrebe und Brunnenkresse (um nur einige zu nennen)  erhält man hier eine intensive, stärkende Mahlzeit.

 

Ganz junge Birkenblätter sind manchmal noch etwas klebrig, man kann sie einfach von den Bäumen abstreifen und kleingehackt aufs Butterbrot streuen.

Birkenblättertee

Birkenblättertee ist ein anerkanntes Mittel bei Nieren- und Blasenbeschwerden, hin und wieder hört man auch noch den Ausdruck "Nierenbaum".

 

Für Birkenblättertee übergießt man 1 Teelöffel Birkenblätter mit kochendem Wasser und lässt nun 10 Minuten zugedeckt ziehen. Dann wird abgegossen, 3 bis 4 Tassen Tee zusätzlich zur normalen Flüssigkeitsmenge sind optimal.

Auch vorbeugend kann eine Entwässerungskur über 3 Wochen angewendet werden.

Mit dem Stethoskop durch den Wald

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Legt man im Frühjahr das Ohr auf die Birkenrinde, kann man hören, wie das Wasser im Stamm von der Wurzel bis in die Krone transportiert wird, um die Blätter mit Flüssigkeit zu versorgen - ca. 70 Liter täglich.

 

An heißen Tagen ist es im Schatten der Birke daher sehr angenehm, da die Flüssigkeit über die Blätter wieder verdunstet wird und dadurch Kühle abgegeben wird.

 

Wer ein Stethoskop sein eigen nennt, kann dieses Experiment auch sehr gut mit Kinder versuchen.

Birkenöl

Birkenöl wird äußerlich angewendet bei schmerzenden Gelenken, rauen Hautstellen und den absolut unnötigen Hautdellen am weiblichen Oberschenkel.

 

Für Birkenöl werden junge Birkenblätter und -knospen mit einem guten Öl übergossen und 4 Wochen lang stehen gelassen. Die Pflanzenteile müssen immer mit dem Öl bedeckt sein, da sie sonst leicht schimmeln. Man kann grundsätzlich jedes Öl verwenden, das sich für die Hautpflege eignet.

 

Nach 4 Wochen seiht man das Öl ab und lagert es in dunklen Flaschen. Die schmerzenden oder trockenen Hautstellen massiert man nun regelmäßig mit diesem Öl.

Xylitol - der Birkenzucker

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Aus der Rinde und dem Holz der Birke wird Xylitol (oder auch Xylit genannt) gewonnen, das als Zuckerersatzstoff verwendet wird.

Es sieht fast aus wie Haushaltszucker, hat aber nur die halben Kalorien. Die Bakterien in unserem Mund können Birkenzucker nicht verstoffwechseln, Karies hat dadurch keine Chance.

 

Allerdings kann Xylitol in größeren Mengen abführend wirken.

Betulin in der Pharmakologie

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Betulin wird aus der Birkenrinde gewonnen und soll laut Pharmakologie bei Rheuma, Viren und Tumoren hilfreich sein und sich auf Leberwerte und  Cholesterinspiegel günstig auswirken.

 

Bewährt hat sich Betulin in der Hautpflege, besonders bei Schuppenflechte und Ekzemen wird oft auf Salben mit dem Inhaltsstoff Betulin gesetzt.

Sammelwut

Mal sammle ich Fettnäpfchen, mal Erfahrungen,

aber das Kräutersammeln ist meine größte Leidenschaft.

 

Wenn man weiß, was die Birke alles für den Menschen leisten kann, sieht man sie vielleicht mit anderen Augen - oder wie geht's dir dabei?


Autorin:

Petra Sandrieser

  • Kräuterpädagogin
  • Waldpädagogin
  • Natur- und Landschaftsführer

Kontakt: petra@petra-silie.at

www.petra-silie.at


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