Tinkturen selber machen in 7 Schritten

Tinkturen in der Hausapotheke

Diese kleinen Wehwehchen wie beispielsweise plötzliche Kopf- oder Magenschmerzen, die uns meistens am Wochenende oder in der Nacht überfallen sind einfach nur lästig.

Notarzt rufen? - Nein, so schlimm ist es  auch wieder nicht! Der Weg zur nächsten Bereitschaftsapotheke ist auch nicht gerade um die Ecke?

 

Nun möchte man sich einen Tee kochen, aber   die gewünschten Kräuter sind nicht verfügbar oder sind  so alt, dass sie ihre Wirkstoffe schon verloren haben. Gerade in solchen Situationen ist es vorteilhaft, einen kleinen Vorrat an Tinkturen sein eigen zu nennen.

Was ist eine Tinktur?

Eine Tinktur ist ein alkoholischer Auszug aus Kräutern. Durch das Ansetzen mit Alkohol werden der Pflanze mehr Stoffe entzogen als beim Tee, wo nur die wasserlöslichen Stoffe freigesetzt werden.

 

Kräutertropfen, Kräuteressenzen und Kräuterextrakte sind meistens auch Tinkturen, dürfen aber aufgrund gesetzlicher Bestimmungen oft nicht so genannt werden.

Vor- und Nachteile von Tinkturen

Zuallererst möchte ich dir die Vorteile von Tinkturen näherbringen:

 

...Tinkturen sind mindestens 1 Jahr haltbar

...Tinkturen sind leicht vorzubereiten

...Tinkturen sind "fast-food-Produkte" - Flasche auf und einnehmen bzw. auftragen

...Tinkturen sind leicht zu transportieren, man kann sie auch in die Arbeit mitnehmen

 

Aber einen Nachteil haben Tinkturen doch:

 

...Tinkturen enthalten Alkohol - sie sind also nicht geeignet für Alkoholkranke und Kinder

Die Grundausstattung

Für die Herstellung einer Tinktur brauchst du weder ausgefallene noch teure Zutaten.

Du benötigst lediglich

  • ausrangierte Essiggurken- oder Honiggläser mit Schraubverschluss
  • Kräuter, Blüten oder Wurzeln, sowohl frisch als auch getrocknet
  • Alkohol wie Obstschnaps, Korn oder Wodka, mindestens aber 40Vol%. Du kannst auch höherprozentigen Alkohol in der Apotheke kaufen, allerdings bin ich mit normalem Schnaps absolut zufrieden!
  • Kaffeefilter
  • kleine Braunglasflaschen, am besten mit Tropfeinsatz

.Nun zeige ich dir, wie du in wenigen Schritten eine hochwertige Tinktur herstellst:

Die 7 Schritte der Tinkturherstellung

Grundausstattung für die Tinkturherstellung
  1. Kräuter, Blüten oder Wurzelstücke zerkleinern
  2. Das Schraubglas damit befüllen (etwa  ein Drittel bis maximal zur Hälfte)
  3. mit Alkohol auffüllen , bis alle Kräuter bedeckt sind und verschließen
  4. nun 4 Wochen stehen lassen, öfters schütteln 
  5. danach die Flüssigkeit durch einen Kaffeefilter  abseihen, die ausgelaugten Kräuter kommen auf den Kompost
  6. Flüssigkeit in dunkle Flaschen füllen
  7. beschriften und mit Datum versehen

Verwendung von Tinkturen

Tinkturen in der Hausapotheke

Die äußerliche Anwendung für Tinkturen ist weitreichend,

man kann sie entweder unverdünnt bei akuten Verletzungen und Insektenstichen auftragen oder für Waschungen und Umschläge mit Wasser verdünnen.

Auch viele Rezepte für selbstgemachte Körper- und Gesichtscremen setzen auf den Einsatz von Tinkturen.

 

Innerlich werden die alkoholischen Auszüge bei den gleichen Beschwerden angewendet wie der Tee der jeweiligen Kräuter. Kinderleicht kann man auch einen fertig gemischten Tee als Tinktur ansetzen, dann hat man beispielsweise statt eines Hustentees eine Hustentinktur.

Spezielle Anwendungstipps

  • Spitzwegerichtinktur ist der schnelle Helfer bei Insektenstichen,
  • Bei Haarausfall ist Brennnesseltinktur einen Versuch  wert
  • Cremen gegen Krampfadern wird oft Kastanienblütentinktur beigemischt
  • Kamillentinktur im Haarshampoo bringt blonden Haaren mehr Glanz, bei unreiner Haut verwendet man es verdünnt als Gesichtswasser
  • Perfekt bei einer Frühjahrskur: Löwenzahntinktur unterstützt Leber und Galle bei der Arbeit
  • Blutwurztinktur kann bei Entzündung im Mundraum aufgepinselt werden
  • Als Einreibung bei Muskelschmerzen wird Melissentinktur verwendet
  • Mädesüßtinktur enthält Salicylsäure, die auch der Hauptwirkstoff von Aspirin ist

Deine eigene Kräutertinktur

Kräutertinkturen, wirksam und kostengünstig

Anhand dieser Beispiele hast du gesehen, dass man aus den verschiedensten Pflanzen Tinkturen herstellen kann.

 

Jeder Mensch hat so seine besonderen Ansprüche und Vorlieben, weshalb man nicht ohne weiteres sagen kann, was denn die beste Tinktur wäre.

 

Da Kosten- und Zeitaufwand  im Rahmen bleiben, kannst du mühelos verschiedene Versionen ausprobieren und dann für dich selbst entscheiden, welche Varianten dir sinnvoll erscheinen.

Sammelwut

Mal sammle ich Fettnäpfchen, mal Erfahrungen,

aber das Kräutersammeln ist meine größte Leidenschaft.

 

Du siehst, eine Tinktur herzustellen ist überhaupt nicht schwer. Hab ich dir Lust darauf gemacht oder hast du bereits selbst Tinkturen hergestellt? Erzähle doch von deinen Erfahrungen gerne hier in den Kommentaren.


Autorin:

Petra Sandrieser

  • Kräuterpädagogin
  • Waldpädagogin
  • Natur- und Landschaftsführer

Kontakt: petra@petra-silie.at

www.petra-silie.at

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0