Heilsalben selber herstellen - 3 Basisrezepte

Lavendel, Duftpflanze, Würzkraut, Lavendelöl, Badesalz

Salben über Salben - die Werbung ist voll davon! Schnell muss sie einziehen, sofort wirken und lang anhalten....

 

Salben hat vermutlich jeder von uns schon einmal verwendet. Muskelschmerzen, Risse, Quetschungen und blaue Flecken - das sind die typischen Anwendungsgebiete.

 

Nun weiß man aber selten, welche Inhaltstoffe in den herkömmlichen Salben enthalten sind.

 

Um mir darüber keinen Kopf zerbrechen zu müssen, mache ich meine Salben selbst - erstens ist das ein schönes Hobby, zweitens weiß ich ganz genau, was drin ist und drittens kostet es mich bedeutend weniger als in der Apotheke.

Was sind Salben?

Salben sind einfach gesagt Fettcremen mit Wirkstoffanteilen - bei dieser Definition raufen sich Experten zwar die Haare, aber warum kompliziert erklären, wenn es auch einfach geht...

 

Ich rühre meine Salben bei größeren Mengen direkt im Topf, bei kleineren Mengen erwärme ich die  Fette im Wasserbad. Beide Varianten sind zielführend, sofern sauber gearbeitet wird und die Kräuter nur sorgsam erwärmt und nicht "frittiert" werden.

 

Die Basis ist bei allen Herstellungsarten gleich - flüssiges und/oder festes Fett wird mit Kräutern und eventuell einem Konsistenzgeber wie Bienenwachs zu einer festen Salbe verrührt -also keine Hexerei! Jetzt aber zur Praxis:

Schweinefett - die klassische Variante

Schweinefett ist seit jeher eine klassische Salbengrundlage und ist aufgrund seiner Konsistenz optimal zur Salbenherstellung geeignet.

  • Schweinefett in einem Topf vorsichtig erhitzen
  • soviel Kräuter dazugeben, dass sie schön im Fett schwimmen
  • 30 Minuten köcheln lassen
  • über Nacht ziehen lassen
  • am nächsten Tag nochmals erwärmen
  • durch einen Filter gießen
  • abfüllen, beschriften und im Kühlschrank lagern

Salbe auf Olivenölbasis

Dieses Basisrezept ist von einer lieben Freundin und Kräuterexpertin, von der ich viel lernen durfte:

 

...100 ml Olivenöl

...15 g Bienenwachs

...1 Faust Kräuter, Blüten etc.

 ...optionsweise zusätzlich 30 g Kakao- oder Sheabutter

 

Olivenöl mit den Kräutern bei geringer Hitze am Herd (evtl. im Wasserbad) eine Zeitlang (max. 20 Minuten) leicht sieden lassen, durch ein Tuch abgießen und in einem zweiten Gefäß mit dem Bienenwachs (und eventuell der Kakao- oder Sheabutter) schmelzen lassen. Durch ein Leinentuch oder Küchenpapier filtern und in Dosen füllen. Beschriften nicht vergessen!

Kräuteröle zu Salben verarbeiten

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Zuallererst muss ein Kräuteröl hergestellt werden:

  1. Kräuter, Blüten oder Wurzelstücke zerkleinern
  2. Ein Glas damit befüllen
  3. mit Olivenöl auffüllen (alle Kräuter müssen bedeckt sein)
  4. 2-4 Wochen im Warmen ziehen lassen
  5. danach die Flüssigkeit durch ein Leinentuch abseihen, die Kräuter kräftig ausdrücken
  6. sofort verwenden oder
  7. Flüssigkeit in dunkle Flaschen füllen, beschriften und mit Datum versehen

Durch den Ansatz des Kräuteröls erspart man sich den 1. Schritt bei der Salbenherstellung, danach wird alles genauso befolgt wie bei der Salbe auf Olivenölbasis.

Die beliebtesten Kräutersalben

  • Arnikasalbe wird bei blauen Flecken und Verstauchungen gern verwendet
  • die Ringelblume kommt in vielen Heilsalben zur Wundheilung vor
  • Beinwellsalbe wird bei Gelenkschmerzen oft verschrieben
  • bei Krampfadern schwören viele auf die Rosskastaniensalbe
  • eine Salbe mit Chiliöl wirkt durchblutungsfördernd und wärmend
  • entzündete Haut profitiert von einer Lavendelsalbe
  • ein Basiskraut bei Hautproblemen ist die Kamille
  • Propolissalbe wird bei Ekzemen und Warzen angewendet

Haltbarkeit und Aufbewahrung

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Selbstgemachte Salben werden am besten im Kühlschrank aufbewahrt und sind so im Schnitt 1 Jahr haltbar.

 

Da unseren Salben keinerlei Zusatzstoffe zur Konservierung zugesetzt werden, ist es manchmal sinnvoll, Salben in so kleine Tiegel wie möglich abzufüllen und sie portionsweise einzufrieren.

 

Hier gilt das gleiche wie bei Lebensmitteln - je mehr Fett ein Produkt enthält, umso länger darf es eingefroren werden.

Sammelwut

Mal sammle ich Fettnäpfchen, mal Erfahrungen,

aber das Kräutersammeln ist meine größte Leidenschaft.

 

Jetzt hab ich mir beim Salbenkochen doch glatt die Finger verbrannt - welche Salbe hilft da jetzt bloß???  Hast du auch so ähnliche Erfahrungen bei der Salbenherstellung!


Autorin:

Petra Sandrieser

  • Kräuterpädagogin
  • Waldpädagogin
  • Natur- und Landschaftsführer

Kontakt: petra@petra-silie.at

www.petra-silie.at

 

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