Löwenzahnhonig selbst gemacht

Löwenzahn Blüte Bienen Honig

Löwenzahnhonig ist so ein Produkt, von dem man oft hört, aber selber nie macht.

Das ändere ich jetzt!

 

Ich habe bisher schon viel aus Löwenzahn zubereitet:

Essig und Gelee aus den Blüten, Salat aus den Blättern, falsche Kapern aus den Knospen und Tee und Tinktur aus der Wurzel. Aber eben nie Löwenzahnhonig!

 

Dieser ist ja im eigentlichen Sinn kein Honig, sondern flüssiger Blütenzucker - das bringt mich wieder auf eine Idee, Blütenzucker mache ich heuer auch noch!

 

Ach ja, das muss auch noch gesagt werden: Löwenzahn ist nicht giftig, auch die weiße Milch nicht. Sie macht zwar Flecken auf der Kleidung und auf der Haut, aber absolut unbedenklich.

Die Vorbereitung

Löwenzahn Blüte Wiese

Zuallererst brauchst du einen warmen, sonnigen Tag - das ist die Grundvoraussetzung, dass die Blüten auch Geschmack abgeben.

 

Dann suchst du dir eine "goldene" Wiese, wo dir die gelben Blütenköpfe schon entgegen leuchten. Natürlich darf diese Wiese nicht neben einer stark befahrenen Straße liegen oder frisch gedüngt sein.

 

Nun knipst du die voll entwickelten Blüten ab, lässt aber den Bienen noch genug da!

Meditationsarbeit pur

Löwenzahn Blüte Honig

Jetzt heißt es fieseln, das bedeutet, dass die gelben Blütenblätter sorgfältig aus dem Blütenkorb gelöst werden und alle grünen Teile entfernt werden.

 

Für diese Arbeit setze ich mich gerne in die Sonne und hänge "fieselnderweise" dabei meinen Gedanken nach. Das macht den Kopf frei und erspart so manche Meditation.

 

Die abgezupften Blütenblätter werden nun abgewogen und mit Wasser und Zitronenscheiben kurz aufgekocht und danach am besten über Nacht stehen gelassen.

Die Herstellung

Auf 500 bis 600 g gelber Blütenblätter rechnet man 2-3 Bio Zitronen, 3 Liter Wasser und 3 Kilogramm Zucker.

Mit normalem weißem Haushaltszucker wird Löwenzahnhonig dem "Standardhonig" am ähnlichsten, mit braunem Rohrzucker tendiert der Geschmack und das Aussehen eher in Richtung Waldhonig.

Welcher Zucker verwendet wird, ist reine Geschmackssache.

 

Am nächsten Tag wird die Flüssigkeit abgegossen und mit dem Zucker nochmals aufgekocht. Insgesamt rechnet man mit einer Kochzeit von 2 bis 3 Stunden, nur so bekommt die Masse auch eine sirupähnliche Konsistenz. Am besten ist es, öfter mal einen Klecks Löwenzahnhonig auf einen kalten Teller zu geben und die Festigkeit zu überprüfen.

 

Wenn die Konsistenz dann passt, wird heiß in Gläser abgefüllt und sofort verschlossen. Die Masse dann ruhig stehen lassen, beim Abkühlen wird der Honig noch fester.

 

Löwenzahnhonig wird genauso verwendet wie echter Bienenhonig, auf die Buttersemmel, zum Süßen von Tee und Süßem.

Sammelwut

Mal sammle ich Fettnäpfchen, mal Erfahrungen,

aber das Kräutersammeln ist meine größte Leidenschaft.

 

Löwenzahnhonig - eine gute Alternative zu diesem unsäglichen "Supermarkthonig" - ich bin dafür, entweder Honig beim heimischen Anbieter zu kaufen oder Löwenzahnhonig selber zu machen - wie stehst du zu diesem Thema?


Autorin:

Petra Sandrieser Petra-silie petrasilie

Petra Sandrieser

  • Kräuterpädagogin
  • Waldpädagogin
  • Natur- und Landschaftsführer

Kontakt: petra@petra-silie.at

www.petra-silie.at

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Kommentare: 3
  • #1

    gudrun (Montag, 25 April 2016 14:06)

    ja der Löwenzahnhonig - der erinnert mich noch an meine Kindergartenzeit. Lustigerweise ist das eine Erinnerung die ich nicht vergessen habe - wir waren im Kindergarten in der Küche und haben den Löwenzahnhonig eingekocht... Die Farbe war ein Traum. Ich habs bis jetzt noch nie geschafft ihn selbst herzustellen. Doch mein Grosser meinte letztens er würde gern welchen machen - jetzt haben wir nur das Problem mit dem Wetter - es ist kalt und schneeregnerisch... hmmm... vielleicht wird's ja noch besser und wir können das nächste Woche noch machen! Danke für dein Rezept. Wieso verwendest du normalen Zucker und keinen Gelierzucker? Das hab ich auch schon einige Male gelesen. liebe Grüsse Gudrun

  • #2

    Gesche (Dienstag, 26 April 2016 14:54)

    Hallo,
    ich habe letztes Jahr schon über den Löwenzahnhonig gelesen und es dann nie ausprobiert- dieses Jahr wird aber das Jahr! Danke für den Anstoß :)

    LG, Gesche

  • #3

    Petra (Dienstag, 26 April 2016 17:08)

    Liebe Gudrun, liebe Gesche,

    schön, daß ich euch Lust auf Löwenzahnhonig gemacht habe!
    Bezüglich der Frage mit dem Gelierzucker, liebe Gudrun: Da ich den Löwenzahnhonig hauptsächlich zum Süßen verwende, ist mir die Konsistenz dann (speziell für Tee) zu geleeartig. Aber selbstverständlich kannst du Gelierzucker verwenden, das verkürzt dann die Kochzeit und spart so Stromkosten.

    liebe Grüße
    Petra