Spitzwegerich und seine Verwandten

Spitzwegerich

Der Spitzwegerich ist ja den meisten bekannt, aber es gibt da auch noch den Breit- und den Mittelwegerich und noch ungefähr 200 Wegerich-Arten, die allerdings nicht alle bei uns vorkommen.

 

Der Spitzwegerich war 2014 Arzneipflanze des Jahres, schon daran sieht man seine Bedeutung in der Behandlung von Husten und Co.

 

Wegeriche sind Wiesenunkräuter, vermehren sich leicht und sind die ganze Vegetationsperiode lang zu finden, daher ist das Trocknen der Blätter nicht notwendig.

 

Obwohl in der Naturheilkunde hauptsächlich Spitzwegerich vorkommt, sollte man Breitwegerich und Mittelwegerich nicht vergessen, sie wirken stark antibiotisch.

Spitzwegerichknospen

Spitzwegerich Knospe blühend Blüte

Spitzwegerichknospen schmecken leicht nussig bzw. nach Champignons und können sowohl süß (mit Honig) als auch herzhaft entweder in einer Essigmischung oder lediglich mit Öl eingelegt werden.

 

Genauso gut kann man sie frisch in einer Pfanne anrösten und mit Kräuter und Gewürzen zu einer leichten Nudelsauce verarbeiten.

 

Spitzwegerichknospen werden vor der Blüte geerntet und haben den Beinamen "wilde Trüffel".

Vergrabener Hustensaft

Für diese Variante des Hustensafts braucht man Spitzwegerichblätter, Honig und einen Topf (Steingut- oder Glas) mit festschließendem Deckel.

 

Die Spitzwegerichblätter quetscht man mit dem Nudelholz an und füllt ihn abwechselnd mit dem Honig in den Topf. Die Masse soll mit Honig abschließen. Nun gräbt man den Topf in die Erde ein (Stelle markieren!!!) und gräbt ihn nach 2 bis 3 Monaten wieder aus. Nun wird der dickflüssige Saft  abgeseiht.

Kühl und dunkel gelagert ist das ein wohlschmeckender und wirksamer Hustensaft.

Man kann statt des Honigs auch Zucker verwenden!

Hilfe bei Insektenstichen

Spitzwegerich wirkt lindern bei Insektenstichen, dafür nimmt man frische Blätter und knüllt und rollt sie solange in der Hand, bis der grüne Pflanzensaft austritt.

Diesen träufelt man am besten sofort nach dem Stich auf die Einstichstelle, für Wanderungen kann man sich auf vorsorglich eine Spitzwegerichtinktur herstellen.

Wie du Tinkturen selbst herstellst, siehst du hier!

Breitwegerich

Breitwegerich, Wegerich

Es heißt, dass Breitwegerich es mag, getreten zu werden. Dies kommt wohl daher, dass er gerne an Wegen wächst und es einem nicht übel nimmt, wenn man auf ihn tritt.

 

Die Indianer nannten Wegerich den "Tritt des weißen Mannes", da er überall dort auftrat, wo die weißen Siedler sich fortbewegten.

 

Reißt man ein Breitwegerichblatt ab, kann man vom Stielansatz her die Fäden einzeln abziehen und zu einem kleinen Ball formen. Diese Bällchen sollen wahre Wunder vollbringen, wenn man sie bei Ohrenschmerzen verwendet. Es gibt Familien, die formen sich diese Bällchen auf Vorrat und frieren sie für den Winter ein.

 

Außerdem sollen laut Überlieferungen Breitwegerichblätter in Wanderschuhe gelegt werden, wenn ein längerer Marsch bevorsteht.

Sammelwut

Mal sammle ich Fettnäpfchen, mal Erfahrungen,

aber das Kräutersammeln ist meine größte Leidenschaft.

 

Spitz-, Breit- und Mittelwegerich - allesamt tolle Heilpflanzen. Was wirst du heuer versuchen - Hustensaft, Tinktur oder eingelegte Knospen?


Autorin:

Petra Sandrieser Petra-silie Petrasilie

Petra Sandrieser

  • Kräuterpädagogin
  • Waldpädagogin
  • Natur- und Landschaftsführer

Kontakt: petra@petra-silie.at

www.petra-silie.at

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