Ein süßes Mädel, dieses Mädesüß

Mädesüß Blüte Käfer

Von Juni bis August sieht man auf feuchten Flächen und an Bachrändern oft weißblühende Stauden, die bis zu 2 Metern hoch werden können.

 

Meist handelt es sich dabei um das Mädesüß, eine Pflanze, die früher zum Aromatisieren von Wein und Met (Metsüße) verwendet wurde.

 

Mädesüß ist auch unter dem Namen Spireae (Spierstaude) bekannt, zieht man das A von Spireae nach vorne (Aspiree), erinnert der Name an ein bekanntes Arzneimittel.

Süßes gefällig?

Dessert Mädesüß

Mädesüß enthält Salicylsäure und Menschen, die eine Allergie dagegen haben, sollten von dieser wohlriechenden Staude besser die Finger lassen.

 

Allerdings müssen sie dann auch auf so manche Genüsse verzichten - die Franzosen und Belgier machen es uns vor und aromatisieren gerne Süßspeisen mit den Blüten vom Mädesüß.

 

Dafür werden die Blüten in Flüssigkeit eingeweicht und am besten über Nacht ziehen gelassen. Die Flüssigkeit kann bei Pudding Milch sein, bei Fruchtdessert Saft oder was einem noch so alles einfällt - Mädesüßsahne zu frischen Früchten gibt beispielsweise den besonderen Kick.

Mädesüß in der Kräuterheilkunde

Hildegard von Bingen baute Mädesüß in den Klostergärten an,  vermutlich galt es sogar schon bei den alten Germanen als heiliges Kraut.

 

In der heutigen Kräuterheilkunde wird das Mädesüß wieder hoch geschätzt, durch seinen Gehalt an Salicylsäure gilt es als schmerzstillend und entzündungshemmend.

 

Speziell in den Wintermonaten wird Mädesüßtee gerne getrunken, 3 Tassen pro Tag würde ich aber nicht überschreiten.

 

Ich bereite mir immer ein kleines Fläschchen Mädesüßtinktur für sogenannte "Notfälle" wie Kopfschmerzen oder Fieber, man weiß ja nie....

Mädesüß im Garten ansiedeln

Du möchtest Mädesüß in deinem Garten ansiedeln?

 

Dafür kannst du entweder am Ende der Blühsaison Samen sammeln und im nächsten Frühjahr aussäen oder du gräbst dir Wurzeln im Herbst aus, teilst sie und nimmst dir jeweils ein Stück für deine Weiterzucht.

 

Mädesüß braucht allerdings feuchte Böden, an Teichrändern wächst es üblicherweise am leichtesten an. Ansonsten heißt es wässern, wässern und nochmals wässern, denn wenn Mädesüß einmal austrocknet, erholt es sich meist sehr schwer.

Mädesüßzucker zum Aromatisieren

Zucker Mädesüß Sieb

Obwohl Mädesüßblüten sogar als Zuckerersatz dienen können, ist aromatisierter Zucker dann doch noch etwas völlig anderes.

 

Dafür brauchst du lediglich

  • Mädesüßblüten und
  • Zucker (weiß oder braun)

Die Blüten werden mit Zucker vermischt und entweder bei 50 Grad im Backofen oder im Dörrgerät getrocknet.

 

Mädesüßzucker kann im trockenen Zustand auch noch im Multizerkleinerer zu Staubzucker gemahlen werden und gibt deinem Apfelstrudel oder Faschingskrapfen noch mal eine spezielle  Note.

Sammelwut

Mal sammle ich Fettnäpfchen, mal Erfahrungen,

aber das Kräutersammeln ist meine größte Leidenschaft.

 

Versuch doch mal, Mädesüß in der Küche einzubeziehen, du wirst erstaunt sein. Oder verwendest du es doch lieber kräuterheilkundlich?


Autorin:

Petra Sandrieser Petra-silie Petrasilie

Petra Sandrieser

  • Kräuterpädagogin
  • Waldpädagogin
  • Natur- und Landschaftsführer

Kontakt: petra@petra-silie.at

www.petra-silie.at

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