Kräuterjauchen - schnell angesetzt, gut eingesetzt

Brennnessel Samen grün

Brennnesseljauche ist wohl die bekannteste Kräuterjauche - einerseits mit enormer Düngewirkung und andererseits als natürliche Schädlingsbekämpfung.

 

Am wirksamsten sind Brennnesseln vor der Blüte. Jedes Mal vor dem Rasen mähen ernte ich die ganzen Pflanzen, die ansonsten der Sense zum Opfer fallen würden.

 

Einige Quadratmeter allerdings bleiben verschont - als Brut- und Fraßpflanzen für die Schmetterlinge. Außerdem gibt es dann im Spätsommer die herrlichen Brennnesselsamen, die ich mir gerne geröstet über die verschiedensten Speisen streue.

Wie setzt man Brennnesseljauche an?

Die Brennnesseln werden geerntet und im Ganzen oder auch klein geschnitten im Verhältnis 1:10 (etwa 1 kg Brennnesseln auf 10 Liter Wasser) in einem Plastik- oder Holzkübel angesetzt.

 

Nun heißt es warten - 10 Tage bis zu 3 Wochen benötigt die Brennnesseljauche, bis sie ausgegoren ist. Täglich umrühren reichert die Jauche mit Sauerstoff an und verhindert, dass die Flüssigkeit fault anstatt zu gären. Die Gärung erkennt man an der Bildung von Bläschen.

 

Leider riecht Kräuterjauche nicht wirklich gut, Gesteinsmehl kann den Gestank etwas mildern, auch ein Deckel kann lose aufgelegt werden.

 

Bitte niemals dicht verschließen, der Deckel kann einem Sektkorken gleich wegkatapultiert werden. Und so edel die Sekttaufe bei Autorennen wirkt - glaube mir, eine Jauchendusche willst du nicht erlebt haben...

Wie verwendet man Kräuterjauche?

Kräuterjauche ist fertig gegoren, wenn keine Bläschen mehr aufsteigen und die Jauche sich dunkel verfärbt hat.

 

Nun kann man die Jauche 1:10 mit Wasser verdünnen und Starkzehrer wie Zucchini, Kürbis und Gurken düngen. Einmal wöchentlich direkt in den Wurzelbereich hilft, Mangelerscheinungen vorzubeugen.

Kohl- und Zwiebelpflanzen profitieren ebenso von Kräuterjauchen wie Tomaten.

 

Bei Jungpflanzen sollte man eher 1:20 verdünnen, da die feinen Wurzeln sonst beleidigt sein können.

 

Rasen kann ebenso gedüngt werden, da wird aber eher eine Verdünnung im Verhältnis 1:40 bis 1:50 empfohlen - Blattwerk kann auf zu starke Konzentration mit Verbrennungen reagieren.

Schädlingsbekämpfung - ein notwendiges Übel?

Blattläuse Stängel Bekämpfung

Pflanzen haben immer wieder Insektenbefall - am lästigsten sind da wohl die Blattläuse.

Gerade dafür wird Brennnesseljauche oft im Verhältnis 1:5 verwendet - die Jauche am besten durch ein Sieb oder einen alten Seidenstrumpf in eine Sprühflasche füllen und nur auf die befallenen Stellen aufbringen.

 

Allerdings soll frische, unverdünnte Jauche (Ziehzeit nur 12-24 Stunden)  genauso gut gegen Blattläuse helfen - sie stinkt dann auch nicht so unangenehm.

 

In einem naturnahen Garten wird das aber meistens nicht notwendig sein, denn wenn sich genügend natürliche Feinde in der Umgebung aufhalten, löst sich die Blattlausplage von selbst in Insektenfutter auf.

Weitere Kräuterjauchen

Kompost Komposthaufen Küchenabfälle

Neben der klassischen Brennnesseljauche gibt es da auch noch Beinwell, Zinnkraut und eigentlich alle Pflanzen, von denen man größere Mengen übrig hat.

 

Alle Wildspinat-Pflanzen wie das Franzosenkraut, die wilde Melde oder der Gute Heinrich bilden große Blattmassen und sind als Jauchenkräuter ebenso gut geeignet, um das Bodenleben und Gemüsepflanzen zu stärken.

 

Auch gesunde Geiztriebe von Tomaten lassen sich verjauchen - ach ja, der Bodensatz von Pflanzenjauchen ist die perfekte Kompostbeigabe!

Sammelwut

Mal sammle ich Fettnäpfchen, mal Erfahrungen,

aber das Kräutersammeln ist meine größte Leidenschaft.

 

Kräuterjauchen stärken das Bodenleben, verhelfen den Pflanzen zu gesundem Wachstum und beschleunigen die Verrottung vom Kompost. Was liegt also näher als gleich heute deine erste Jauche anzusetzen?


Autorin:

Petra Sandrieser Petra-silie Petrasilie

Petra Sandrieser

  • Kräuterpädagogin
  • Waldpädagogin
  • Natur- und Landschaftsführer

Kontakt: petra@petra-silie.at

www.petra-silie.at

Kommentar schreiben

Kommentare: 0