Eibisch - Manna für geplagte Hälse

Eibisch Heilpflanze schleimlösend

Eibisch ist in unseren Breiten kaum verwildert zu finden, daher ist es ratsam, ihn im eigenen Garten anzusiedeln.

 

Da diese Staude allerdings bis 1,5 Meter hoch werden kann und doch so einiges an Platz beansprucht, sollte man sich den Platz genau überlegen.

 

Der Eibisch liebt sonnige, nährstoffreiche Böden, die Erde darf ohne weiteres feucht und auch salzig sein.

Marshmallows und Eibischteig

Spitzwegerich Knospe blühend Blüte

Ursprünglich wurden Marshmallows noch mit den Wirkstoffen des Eibischs hergestellt, aber mittlerweile hat sich die Rezeptur grundlegend geändert.

 

Anders ist das bei Eibischteig bzw. Eibischzuckerl aus der Apotheke, da ist noch die Heilwirkung des Eibisch spürbar. Langsam gelutscht legt sich der Wirkstoff wie ein Mantel um die Schleimhäute und beruhigt sowohl Rachen als auch Magen mit seinen schleimbildenden Stoffen.

 

Den gleichen Effekt erreicht man, wenn man getrocknete, zerkleinerte Wurzeln über Nacht in Wasser einweicht, am nächsten Tag leicht erwärmt, abseiht und schluckweise trinkt.

 

Wenn man die Wurzel in längeren Stücken trocknet, kann man auch ganz einfach an einem Wurzelstück lutschen und knabbern.

Welche Teile werden verwendet?

Vom Eibisch werden die Blätter  vor der Blüte gesammelt, danach die Blüte, im Herbst die Samen und die Wurzeln. Wurzeln kann man auch im Frühjahr graben, bevor die Pflanze ihre ganzen Kräfte ins Wachstum steckt.

 

Eibischblätter und Blüten können in Sirups oder Tees  verwendet werden, die Samen isst man als gesunde Knabberei oder streut sie übers Müsli oder den Salat.

 

Die Wurzel hat den stärksten Anteil an Schleimstoffen. 

Eibischpflaster herstellen

Blätter, Blüten und Wurzeln oder die Teile davon, die man gerade vorrätig hat, werden zerkleinert und auf ein Baumwolltuch aufgetragen. Bei frischen Pflanzen hat der Kräuterbrei genügend Feuchtigkeit, trockene Kräuter werden noch mit etwas Wasser angefeuchtet.

 

Das Eibischpflaster wird zur Reifung von Furunkeln verwendet und hat eine abschwellende und beruhigende Wirkung. In älteren Kräuterbüchern wird seine Heilwirkung bei Brustleiden manchmal erwähnt.

 

Die Verwandtschaft lässt grüßen

Breitwegerich, Wegerich

 

Da Eibisch ein Malvengewächs ist, ist er mit Stockrose, wilden Malvearten und der asiatischen Gemüsemalve ebenso verwandt wie mit den sehr wärmebedürftigen Okraschoten.

 

Eine wilde Malvenart wird oft als Käsepappel bezeichnet, der Name rührt von der ringförmigen Anordnung der Samen her, die wie ein kleiner Käselaib aussehen. Der zweite Wortteil Pappel hat nichts mit dem Baum zu tun, sondern geht auf das Wort "Papp" zurück, das "Brei" bedeutet, da man früher den Kinder stärkenden Malvenbrei zubereitete.

Sammelwut

Mal sammle ich Fettnäpfchen, mal Erfahrungen,

aber das Kräutersammeln ist meine größte Leidenschaft.

 

Wenn du noch nie Eibischteig gekostet hast, besorge dir eine gute Qualität und lass dich vom Geschmack und der Wirkung überraschen. Und vergiss nicht, mir hier darüber zu berichten!


Autorin:

Petra Sandrieser Petra-silie Petrasilie

Petra Sandrieser

  • Kräuterpädagogin
  • Waldpädagogin
  • Natur- und Landschaftsführer

Kontakt: petra@petra-silie.at

www.petra-silie.at

Kommentar schreiben

Kommentare: 0