Die Schlehe - ein wehrhafter Strauch

Schlehe Früchte Strauch blau Herbst

Schlehe oder auch Schwarzdorn ist ein Strauch, der etwa 3 bis 4 Meter hoch wird und mit vielen Dornen bewehrt ist.

 

Im Frühjahr sieht man die kleinen weißen Blüten schon von weitem leuchten, die schwarzblauen Beeren im Herbst erinnern an kleine Pflaumen.

 

Die Schlehe gehört zu den Rosengewächsen, die Blüten riechen nach Bittermandel und die Früchte müssen mehrmaligen Frost abbekommen, um genießbar zu sein.

 

Die Blüten, Blätter und Früchte kann man getrocknet dem Haustee beimischen. 

Wer ist schneller - Vogel oder Mensch?

Schlehe Früchte Strauch blau Herbst sammeln

Die Schlehenfrüchte sollen nun also mehrmals durchfrieren, damit sie genießbar für uns Menschen werden.

 

Natürlich kann man eine ungefrorene Schlehe auch frisch vom Strauch kosten, allerdings wird man das bitter bereuen.

 

Die Frucht wirkt stark adstringierend, das bedeutet, dass das gesamte Zahnfleisch sich zusammenzieht und man einen extrem pelzigen Geschmack auf der Zunge spürt.

 

Den Vögeln macht das allerdings nichts aus, sie "ernten" die Schlehen schon etwas früher als wir.

 

Um nicht die gesamte Ernte den Vögeln zukommen zu lassen, kann man ein Vogelschutznetz über die Schlehensträucher breiten oder die Schlehen vor dem 1. Frost ernten und im Tiefkühler gefrieren lassen - ich mache das meistens über 14 Tage.

 

Dann sind die Schlehen genußbereit und können weiterverarbeitet werden.

 

Köstlichkeiten aus der Schlehenküche

Schlehenfrüchte haben auch nach dem Kälteschock noch einen leicht herben Geschmack, der sich wunderbar in Marmeladen, Säften, Sirups, Kompotten und vor allem im Schlehenlikör macht.

 

Die einfachste Variante, Schlehen zu verarbeiten, ist das Dampfentsaften, da der Kern im Verhältnis sehr groß ist und es nicht möglich ist, das Schlehenmus durch die Flotte Lotte zu treiben.

 

Die Kerne wirft man nach Möglichkeit nicht weg, sondern wäscht sie sorgfältig und befreit sie von anhaftenden Fruchtresten. Durchgetrocknet und in einen Waschlappen oder ein schönes Leinentuch eingenäht kann man dieses Kissen dann auf der Heizung erwärmen und wie eine sanfte Wärmflasche verwenden. 

Mein liebster Schlehenlikör

Schlehe Likör Glas rot

Für Schlehenlikör gibt es viele Rezepte, ich bin sehr zufrieden mit diesem relativ einfachen:

 

  • 1 kg Schlehenfrüchte
  • 1 lt Wodka
  • 0,5 lt Wasser
  • 1 Vanilleschote
  • 200 g Zucker
  1. Das Wasser mit dem Zucker aufkochen, bis sich der gesamte Zucker aufgelöst hat und abkühlen lassen
  2. Schlehen mit Wodka, Vanilleschote und dem flüssigen Zucker vermischen
  3. ein paar Schlehen aufbrechen und mitsamt den zerstoßenen Kernen zugeben (Kerne enthalten Blausäure, daher wenig nehmen oder bei Bedenken überhaupt weg lassen)
  4. Mindestens 14 Tage, besser 4 Wochen zugedeckt ziehen lassen, dabei öfter man schütteln oder umrühren
  5. Die Schlehen durch einen feinen Filter oder eine Stoffwindel filtern
  6. in Flaschen füllen und immer wieder mal genießen

Ist der Likör zu stark, kann man noch mit Wasser verdünnen und bei zu wenig Süße gibt man noch Zuckerwasser dazu. 

 

Sammelwut

Mal sammle ich Fettnäpfchen, mal Erfahrungen,

aber das Kräutersammeln ist meine größte Leidenschaft.

 

Eine Schlehenhecke ist hervorragend geeignet, um unliebsame Nachbarn abzuhalten und gleichzeitig viele Vögel und Insekten anzuziehen. Das spricht doch eindeutig dafür, mit einem Gläschen Schlehenlikör seine Ernte zu feiern, oder?


Autorin:

Petra Sandrieser Petra-silie Petrasilie

Petra Sandrieser

  • Kräuterpädagogin
  • Waldpädagogin
  • Natur- und Landschaftsführer

Kontakt: petra@petra-silie.at

www.petra-silie.at

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