Kräuter sammeln im Winter - 9 Wildpflanzen, die ich gerne verwende

Schnee winter Schlüsselblume Primel

Wenn es draußen kalt ist und die Wiesen schneebedeckt sind, denkt kaum jemand daran, frische Wildkräuter zu sammeln.

 

Aber gerade in der lichtarmen Zeit ist es besonders wichtig, sich an der frischen Luft zu bewegen und dem Körper hochwertige Nahrung anzubieten.

 

Früher war es üblich, im Winter vermehrt Wurzelgemüse und Sauerkraut zu essen und sich so mit Vitaminen zu versorgen.

 

Heute bekommen wir das ganze Jahr über Zitrusfrüchte und anderes Obst, das aber im schlimmsten Fall jahrelang gelagert wurde und kaum noch Vitamine enthält. Paprika wird in Glashäusern angebaut und so mancher Salat schwimmt auf einer Porozell-Platte durch eine Nährstoffl-Lösung und hat noch nie einen Krümel Erde gesehen.

 

Frische Vitamine ohne Glashaus

Winter Schnee Beeren Astwerk

Da stellt sich mir die Frage, wie ich mich trotz dieses Wahnsinns gut ernähren kann. Natürlich habe ich etliche Kräuter für den Winter getrocknet, aber dadurch viele Vitamine zerstört. Was also tun? Na klar, Kräuter sammeln!

 

Manche Kräuter trotzen dem Winter und wachsen sogar unter der Schneedecke weiter, andere wiederum brauchen schneefreien Boden.

 

Unter meinem Balkonvorsprung verbrennen Kräuter im Sommer nahezu, weil es so heiß und trocken ist, im Winter atmen diese Kräuter auf. Die Gundelrebe beispielsweise wuchert hier in vielen Winter geradezu.

 

Auch verschiedene Wildfrüchte wie Schlehen, Hagebutten und Berberitzen kann man im Winter noch ernten, falls die Vögel noch nicht alles abgefressen haben.

 

9 Wildpflanzen, die ich im Winter gerne verwende

  1. Die Vogelmiere ist das klassische Winterkraut, das sogar unter der Schneedecke geerntet werden kann. Sie eignet sich hervorragend als Salatbeigabe und in würzigen Dipps.
  2. Löwenzahn wächst an geschützten Plätzen das ganze Jahr und bringt manchmal auch im Winter Blüten hervor. Ein paar Blätter passen in jeden Salat, die Bitterstoffe regen unsere Verdauungssäfte an. Im Frühjahr gibt es dann den klassischen Röhrlsalat.
  3. Das Gänseblümchen ist ein ausdauerndes Wildkraut, dessen Blüten im Winter Frische in die Küche bringen. Ein Tee aus dem ganzen Kraut kann krampflösend wirken, weshalb man ihn auch bei Kopfschmerzen oft  empfiehlt. 
  4. Spitzwegerich kann an schneefreien Stellen zur Herstellung von Hustensirup gesammelt werden, wenn man das im Sommer vergessen hat. In dünne Streifen geschnitten schmeckt er hervorragend zu gedünstetem Gemüse. Ich habe eine alte Salatrarität, den Hirschhornwegerich, im Garten angebaut, den ich zusätzlich im Winter beernte.
  5. Die Brennnessel ist ein wahrer Überlebenskünstler. Im Frühjahr ernte ich die jungen Triebe für Brennnesselspinat und zum Trocknen, im Sommer darf sie als Futterpflanze für Schmetterlinge ungestört wachsen, danach werden die Samen gesammelt und im Herbst treibt sie nach dem Abmähen nochmals üppig aus. Unter manchen Bäumen kann ich sie dann auch im Winter ernten - durch Backteig gezogen und knusprig ausgebacken mit einem Wildkräuterdipp wird dieses gefürchtete "Unkraut" zur wahren Delikatesse.
  6. Gundelrebe, auch Gundermann genannt, macht jedes fette Essen bekömmlicher. Die Blättchen, mit  Schokolade überzogen, schmecken genial und sind eine willkommene Abwechslung auf dem Speiseplan.
  7. Das Veilchen ist bekannt als Frühlingsblüher, die Blätter schmecken zu gebratenem Fleisch.
  8. Die kleinen fiedrigen Blätter der Schafgarbe schmecken würzig und regen den Speichelfluss an. Verdauungsfördernd und schmackhaft - was will man mehr?
  9. Brunnen- oder Bachkresse wächst in sauberen Bächen das ganze Jahr über, verwechselt wird sie oft mit dem bitteren Schaumkraut, das an den gleichen Stellen wächst. Allerdings schmecken beide gleich und haben ähnliche Heilwirkung, die Brunnenkresse hat als Unterscheidungsmerkmal einen hohlen Stängel.

Es gibt noch mehr....

Ziergras Eis Natur vereist

Wenn du mal begonnen hast, Wildkräuter auch im Winter zu suchen, wirst du automatisch viel erleben, womit du nicht gerechnet hast.

 

Tierspuren im Schnee oder ein Eichhörnchen, das seinen Wintervorrat ausgräbt sind nicht nur für Kinder interessant. Man trifft tolle Menschen, die sich auch für die Natur interessieren und einsetzen. 

 

Geh mit offenen Augen raus in die Natur und du wirst staunen, welche Erfahrungen und Eindrücke du mit nach Hause nehmen kannst.

 

Frische Eindrücke halten unseren Geist jung  - Gehirnjogging mit Bewegung und anschließender gesunder Kost kann nicht verkehrt sein.

 

Sammelwut

Mal sammle ich Fettnäpfchen, mal Erfahrungen,

aber das Kräutersammeln ist meine größte Leidenschaft.

 

 

Winter und Wildkräuter - war das für dich bisher ein Thema, das nicht zusammen passt? Dann geh mal raus in die Natur und schau, was so wächst. Gerne kannst du einen Kommentar hinterlassen, was du so gefunden hast!


Autorin:

Petra Sandrieser

  • Kräuterpädagogin
  • Waldpädagogin
  • Natur- und Landschaftsführer

Kontakt: petra@petra-silie.at

www.petra-silie.at

Kommentar schreiben

Kommentare: 0