Heilkräftige Wurzeln

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Der Herbst und das Frühjahr sind die optimale Zeit um Wurzeln zu graben. Chlorophyll und heilende Inhaltsstoffe haben sich in die Wurzel zurückgezogen und wir können uns diese Kräfte zunutze machen.

 

Manche Wurzeln bilden starke Rhizome, andere wieder haben lange Pfahlwurzeln. Es gibt Wurzeln, die sind fast zu klein zum Graben, gewisse erkennt man bereits am Duft.

 

Sechs Pflanzen, deren Wurzeln ich gerne verwende, möchte ich dir in diesem Beitrag etwas näher bringen.

 

Wurzeln erkennen

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Die größte Herausforderung beim Wurzelgraben ist das Erkennen der jeweiligen Pflanze anhand weniger Blätter. 

 

Bei der Brennnessel fällt das vermutlich am leichtesten, denn schon beim Anfassen erkennt man sie. Auch Löwenzahn ist anhand seiner markanten Blattrosette und der gefurchten Blätter recht einfach zu bestimmen.

 

Etwas schwieriger wird es da beispielsweise schon bei Nelkenwurz, Baldrian, Beinwell und Wegwarte.

 

Dein Grundsatz sollte es auf jeden Fall sein, nur jene Wurzeln zu graben, die die auch zweifelsfrei bestimmen kannst. 

 

Graben, säubern, aufbewahren

Wurzeln zu graben ist eine schmutzige und anstrengende Arbeit, die am besten nachmittags bei schönem Wetter funktioniert. Sollte es am Tag zuvor geregnet haben, lassen sich die ausgegrabenen Wurzeln sehr schlecht reinigen.

 

Die Wurzeln müssen sorgfältig gewaschen und gegebenenfalls auch mit einer Gemüsebürste von Erdresten befreit werden. Die in kleine Stücke geschnittene Wurzel kann man nun entweder auf eine Schnur fädeln und zum Trocknen aufhängen oder bei geringer Temperatur im Backofen bei geöffneter Tür oder im Dörrapparat trocknen.

 

Trockene Wurzelstücke bewahrt man in luftdichten, dunklen Dosen auf.

Wirkweise der bekanntesten Wurzeln

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  • Tee aus den Wurzeln der Brennnessel wird bei Nieren- und Blasenproblemen gerne verordnet. Aus Studien geht hervor, dass Prostatabeschwerden im Anfangsstadium einer Erkrankung stark verringert werden können. 
  • Löwenzahn regt die Leber und den Stoffwechsel an und wirkt zudem stark harntreibend. Für den Tee  einen Teelöffel getrockneter Wurzelstücke mit kaltem  Wasser aufstellen und etwa eine Minute kochen und danach zehn Minuten ziehen lassen.

 

  • Nelkenwurz-Tee wird aufgrund der enthaltenen Gerbstoffe bei Durchfall angewendet, die ätherischen Öle der Nelkenwurz erinnern an Gewürznelken, woher auch der deutsche Name stammt. Sehr beliebt ist auch Nelkenwurzwein. Hierfür getrocknete Nelkenwurz in Rotwein ansetzen, drei Wochen ausziehen lassen und abseihen. 
  • Baldrian wirkt  bei Überreizung beruhigend und sorgt für guten Schlaf, hier ist entweder ein Tee oder eine Tinktur am Abend empfehlenswert.
  • Beinwell-Wurzel ist das klassische Kraut bei Knochenbrüchen und Zerrungen. Die innerliche Einnahme ist aufgrund der leberschädigenden Pyrrolizidinalkaloide abzuraten und auch äußerlich sollte man die Anwendung nicht übertreiben. Beinwellsalbe erhält man in der Apotheke, kann man aber auch einfach selber machen. Dafür die Wurzelstücke drei Wochen in Olivenöl ausziehen lassen, abseihen und mit Bienenwachs zu einer streichfähigen Salbe rühren.
  • Die Wegwarte mit ihren wunderschönen blauen Blüten war bis vor wenigen Jahrzehnten als Kaffeeersatz recht bekannt. Der sogenannte "Zichorienkaffee" wird hergestellt, indem man die Wurzeln trocknet, ohne Fett röstet und anschließend fein vermahlt. Dieser Kaffeeersatz hat verdauungsfördernde Wirkung.

Sammelwut

Mal sammle ich Fettnäpfchen, mal Erfahrungen,

aber das Kräutersammeln ist meine größte Leidenschaft. 

 

Auch wenn du nur eine oder zwei Pflanzen in diesem späten bzw. frühen Stadium erkennst - versuche mal einen Wurzeltee oder vielleicht sogar eine Salbe. Vielleicht hast du auch Lust eine Kräuterwanderung mitzumachen....Kennst du andere Wurzeln, die du gerne verwendest? Ich freue mich über einen Kommentar hier unter dem Beitrag!


Autorin:

Petra Sandrieser

  • Kräuterpädagogin
  • Waldpädagogin
  • Natur- und Landschaftsführer

Kontakt: petra@petra-silie.at

www.petra-silie.at

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