Quendel und Dost - die Wildform von Thymian und Oregano

Quendel - der wilde Thymian

 

Der Duft nach Süden hängt in der Luft, wenn man mit der Hand über die wildwachsenden Kräuter Quendel und Dost  streicht.

 

Diese beiden sind aber nicht nur für die Wildkräuterküche gut geeignet, sondern werden schon seit jeher auch als Heilkräuter verwendet.

 

Und beim Wandern in den Bergen kann man sie bis in etwa 2.000 Meter Höhe finden!

Quendel

 

Quendel, auch Feldthymian bezeichnet, ist ein niedriger Zwergstrauch, der bis etwa 20 cm hoch wird. Er braucht trockene, sonnige Plätze, die recht nährstoffarm sein dürfen. Oft findet man ihn auf Bergwiesen und Böschungen.

 

Quendel hat in der Volksheilkunde seinen fixen Platz, obwohl er eine etwas schwächere Wirkung als sein großer Bruder Thymian hat.

Hier wird er hauptsächlich bei Husten und Völlegefühl eingesetzt - äußerlich empfahl Hildegard von Bingen eine Quendelsalbe bei Hautunreinheiten.

 

Streicht man mit der Hand über den Quendel, wird sein charakteristischer Duft sofort wahrnehmbar - so ist Quendel auch für Kräuteranfänger gut erkennbar.

 

Tomatensaucen, Suppen, Eintöpfe - viele Gerichte profitieren vom Geschmack des Quendels, zumal er auch schwere Gerichte besser verdauen lässt.

Dost

Dost - der wilde Oregano

 

Dost ist eine wahre Bienenweide und stellt an seinen Standort ähnliche Ansprüche wie Quendel.

 

Der wilde Oregano wird etwa 50 cm hoch - geerntet werden die blühenden Triebe, die man gebündelt kopfüber zum Trocknen an einem schattigen Ort aufhängen kann.

 

Im trockenen Zustand werden Blätter und Blüten  abgerebelt, die Stiele eignen sich als dünne Grillspieße oder können in Speisen mitgekocht und vor dem Servieren entfernt werden.

 

Dost wird in der Volksheilkunde bei Verdauungsstörungen und Appetitlosigkeit eingesetzt, auch bei Husten ist er gebräuchlich.

 

In der Küche wird Dost wie seine Verwandten Oregano und Majoran verwendet.

 

Pizzaöl aus wilden Kräutern

Pizzaöl aus wilden Kräutern

 

Ein selbstgemachtes Pizzaöl ist ganz einfach herzustellen und ein tolles Geschenk für gute Freunde.

 

Du benötigst dafür:

  • 200 ml Olivenöl
  • 2 Zweige Dost
  • 5 Zweige Quendel
  • 3 Knoblauchzehen
  • 2 Chilischoten 
  • optional Rosmarin und Pfefferkörner

So stellst du dein eigenes Gewürzöl her:

  1. Die Kräuter am besten über Nacht leicht antrocken lassen.
  2. Alle Zutaten mit dem Olivenöl in eine Flasche füllen.
  3. Nach 2 Wochen ist das Öl fertig.
  4. Nun entweder abseihen oder die Zutaten dekorativ in der Flasche belassen.

Dieses Öl schmeckt super auf Pizza, Crostini und Spaghetti.

Sammelwut

Mal sammle ich Fettnäpfchen, mal Erfahrungen,

aber das Kräutersammeln ist meine größte Leidenschaft.

 

Vollkommen kostenlos und aus der Heimat - so machen Gewürze und Heilmittel doch richtig Spaß, oder? Welche Wildpflanzen sammelst du beim Wandern?


Autorin:

Petra Sandrieser

  • Kräuterpädagogin
  • Waldpädagogin
  • Natur- und Landschaftsführer

Kontakt: petra@petra-silie.at

www.petra-silie.at

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